Neues Verpackungsgesetz

Plastikmüll-Exportstopp für Dortmund kein Problem

DORTMUND - China hat Anfang des Jahres den Import von Plastikmüll gestoppt. Die EDG bleibt davon unberührt: Der Verpackungsmüll aus Dortmund geht ohnehin andere Wege.

Seit den 90er-Jahren werfen Dortmunder ihre leeren Plastikflaschen und Joghurtbecher mit dem Grünen Punkt in die Gelbe Tonne, beziehungsweise seit 2011 zusammen mit Abfall wie kabellosen Elektrogeräten, CDs und Pfannen in die Wertstofftonne. 2016 sammelte der heimische Entsorger EDG knapp 19.000 Tonnen aus den Wertstofftonnen ein, davon ein Großteil Müll aus Verkaufsverpackungen, der gut zur Hälfte an das Duale System weitergereicht wird. Der Rest geht an verschiedene andere Verwerter.

Doch was passiert damit, nachdem China, die bisherige Weltmüllkippe, mit Beginn des Jahres einen Importstopp für Plastikabfall verhängt hat? Die EDG sei da außen vor, erklärt Unternehmenssprecher Matthias Kienitz auf Anfrage; denn die EDG habe nur den Auftrag, das Verpackungsmaterial zu sammeln, nicht zu verwerten: "Das unterliegt nicht dem Entsorgungsvertrag."

Der Grüne Punkt

Der in der Wertstofftonne gesammelte Verpackungsmüll in Deutschland gehe zu 51 Prozent an das Duale System, so Kienitz. Der Grüne Punkt ist das bekannteste unter den 13 Systemen. Die wiederum teilen den Müll unter sich auf und rechnen untereinander ab.

Auch wenn die Verwertung die EDG nicht betrifft, sortiert sie in ihrer Sortieranlage an der Pottgießerstraße in Lindenhorst den Müll für einige Duale Systeme vor. Andere wollten den Plastikabfall unsortiert weitergereicht haben, berichtet Kienitz. Was dann letztlich mit dem Plastikmüll weiter passiere, sei Sache des Dualen Systems.

Plastikabfall in der EU und in Deutschland verwertet

Also geht die Frage weiter an das Duale System. Auch das sei von dem chinesischen Importstopp nicht betroffen, versichert Norbert Völl, Pressesprecher des Grünen Punktes: "Aus dem Dualen System gehen nur verschwindend geringe Mengen Plastikmüll nach China. Wir haben fast die gesamte Menge im europäischen Binnenmarkt und in Deutschland verwertet."

Dazu zählten vor allem großformatige Folien aus Produktion und Gewerbe sowie die berühmt-berüchtigten PET-Flaschen. Großbritannien, so Völl, habe viel mehr Plastikmüll nach China exportiert.

Die EU gilt als Hauptexporteur von Plastikmüll. Nach den Informationen der populärwissenschaftlichen Zeitschrift Scientific American stammen von den 7,3 Millionen Tonnen Plastikabfällen, die 2016 nach China exportiert wurden, 1,6 Millionen Tonnen aus EU-Staaten.

Angebot vergrößert sich

Grüner-Punkt-Sprecher Völl erwartet, dass jetzt auch in Deutschland mehr Kunststoffe auf den Markt kommen. Durch den Importstopp werde das Angebot an Plastikmüll vergrößert und der Preis für recycelten Kunststoff fallen. Wiederverwertete Kunststoffe bräuchten neue Absatzmöglichkeiten. Das sei eine Herausforderung, die den Verbraucher nicht direkt betreffe, aber auch eine Chance, die Kreislaufwirtschaft zu verbessern, zumal 2019 das neue Verpackungsgesetz in Kraft trete. Völl: "Wir werden sehr viel recyceln müssen."

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