Neujahrskonzerte

Die Dortmunder Philharmoniker feierten das neue Jahre im Dreiviertel-Takt

"Alles Walzer", hieß es im ersten Konzert des Jahres in Dortmund. Die Dortmunder Philharmoniker haben im Opernhaus auch zwei Zuschauer auf die Bühne geholt.

Endlich mal wieder ein Walzer-Programm zum Start ins neue Jahr. Die Dortmunder Philharmoniker eröffneten am Dienstag im Opernhaus 2019 im Dreivierteltakt und boten mit Musik von Johann Strauß bis Schostakowitsch einen Ball für Auge und Ohren. Und Dortmund hat das Potenzial für drei Neujahrskonzerte: Die Philharmoniker füllten am Dienstag zwei Mal das Opernhaus, und auch das Konzert des Gewandhausorchesters mit Andris Nelsons am Abend im Konzerthaus war ausverkauft.

Interessantes Bühnenbild

Tänzelnd, immer lächelnd und elegant führte Gabriel Feltz das Orchester durch den Kaiserwalzer und den Frühlingsstimmenwalzer von Johann Strauß. Vor dem Bühnenbild aus "Schwanensee" mit der Spiegelrückwand konnte das Publikum den Generalmusikdirektor dabei auch von vorne beobachten.

Vorläufer und Nachklänge des Wiener Walzers zeigten die gut 60 Musiker in dem Programm, das überwiegend aus Klassik-Hits bestand. Ein Vorläufer des Walzers ist die "Lascia ch'io pianga"-Arie aus Händels "Rinaldo", weich und mit abwechslungsreichen Verzierungen gesungen von Sopranistin Hulkar Sabirova. Später glänze die Sängerin aus dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin auch in Gounods Arie aus "Roméo et Juliette" mit viel Feuer und Dramatik in ihrer koloraturstarken Stimme.

Zwei Zuschauer tanzten auf der Bühne

Das flotte Tempo, das Feltz in Tschaikowskys "Dornröschen"-Walzer anschlug, hätte Balletttänzer wohl herausgefordert; Schostakowitschs Walzer aus der "Varieté-Suite" drehte das Orchester langsamer - gut für Feltz, denn diese Rarität von 1950 machte der Generalmusikdirektor zu einer Aufforderung zum Tanz und den schmalen Streifen vor dem Orchester zum Tanzparkett. Erst tanzte Feltz mit der Solistin Wiener Walzer, dann forderten beide zwei Zuschauer im Parkett auf.

Wie in Wien, wo mit Christian Thielemann auch ein preußischer Berliner am Pult stand, endete das 90-Minuten-Programm mit dem Donauwalzer, dem Radetzkymarsch und einem fröhlichen "Prosit Neujahr".

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