Neustart in Brügge

BVB steht zum Auftakt der Champions League direkt im Fokus

Gleich zum Start der Champions League steht der BVB besonders im Fokus. Das Unternehmen Wiedergutmachung nach einem desaströsen Vorjahr beginnt beim FC Brügge.

Lucien Favre feixte erst, doch das Grinsen verging ihm schnell. Ungläubig hielt er den Kopf zwischen den Händen verborgen. Mit Dolmetschern hat Borussia Dortmund bei seinen internationalen Reisen ja schon einige Erfahrung gemacht, man erinnert sich da gern an das Spiel bei Zenit St. Petersburg, als sich Jürgen Klopp gar nicht mehr einkriegte vor Lachen ob der kuriosen Übersetzung. Der Dolmetscher in Brügge war nun mindestens so speziell. Man muss ihm allerdings zu Gute halten, dass er einen schweren Stand hatte. Schließlich ist Favre des Französischen nicht nur rudimentär mächtig.

Angenehme Dienstreise

Und so rief das, was der Übersetzer aus Favre in Deutsch gegebenen Antworten machte, beim Dortmunder Coach mehrfach Kopfschütteln hervor. Der gute Mann bekam dann zunächst eine Privat-Übersetzung, irgendwann aber gab Favre auch dieses Unterfangen auf.

Den holprigen Auftakt zu seinem ersten Champions-League-Spiel mit dem BVB nahm der Schweizer schließlich mit der ihm eigenen Gelassenheit hin. Denn bis dahin war es ja ein perfekter Tag gewesen. In den kleinen, verwinkelten Gässchen der Innenstadt genossen die Menschen noch einmal den Spätsommer. Sonne, 25 Grad, es ließ sich aushalten in Westflandern, und auch für die Profis von Borussia Dortmund begann die Dienstreise auf eine angenehme Weise: Kaum 40 Minuten dauerte der Flug, dann setzte die Chartermaschine schon wieder in Ostende auf. Von dort aus ging es per Bus weiter nach Brügge.

Startpunkt für den Neuanfang

Die schlechten Erfahrungen des BVB mit zwei Niederlagen gegen den belgischen Meister in den Jahren 2003 und 1987 sollte die aktuelle Mannschaft nicht belasten. Brügge als Startpunkt für den Neuanfang: Das blamable Abschneiden in der Königsklasse im Vorjahr drückt die Borussia in eine klare Rolle für die am heutigen Dienstag beginnende Gruppenphase. Die Mannschaft ist in der Bringschuld, sie muss zeigen, dass das Bild, das sie im vergangenen Jahr international abgegeben hat, nicht die Klasse dieses Vereins widerspiegelt.

Und auch nicht den Charakter der Spieler, die von damals noch dabei sind. Nicht zuletzt die Auftritte auf der internationalen Bühne, die dann im Achtelfinal-Aus in der Europa League in Salzburg gipfelten, hatten den Ruf nach mehr Spielern, die gegen Widerstände ankämpfen können, den Ruf nach einem extremen Umbau der Mannschaft laut werden lassen.

Pulisic meldet sich fit

"Wir reisen mit großen Ambitionen nach Belgien", sagte Sebastian Kehl dem "kicker". Der neue Leiter der Lizenzspieler-Abteilung formuliert klare Erwartungen für heute Abend: "Es sollte uns nicht passieren, dass wir durch eine Niederlage gleich wieder der Musik hinterherlaufen."

Einige Personalsorgen waren mit an Bord. Nicht nur Neuzugang Paco Alcacer fehlte, wie zu befürchten war. Auch Thomas Delaney muss passen - der Däne habe "Schmerzen im Knie", wie Trainer Lucien Favre am Abend verriet. "Es ist daher besser, dass er hier nicht spielt." Dafür meldete sich Christian Pulisic nach fast dreiwöchiger Verletzungspause wieder fit und steht für die offensive Außenbahn bereit.

Weigl oder Götze als Delaney-Ersatz

Auf Delaneys Position hat Trainer Lucien Favre einige Alternativen. Julian Weigl wäre in einem 4-3-3 neben Axel Witsel und Mahmoud Dahoud sicher die logische Wahl. Auch Mario Götze, permanent im öffentlichen Fokus, darf sich nach frustrierenden Wochen Hoffnungen machen - vor allem, wenn Favre wie gegen die Eintracht in einem 4-2-3-1 agieren lassen würde.

Natürlich ließ sich Favre nicht in die Karten schauen und konnte über die Frage nach Götze sogar schon wieder grinsen. Der 60-Jährige hat sich daran gewöhnt, dass er sie im mittlerweile im Drei-Tage-Rhtyhmus beantworten muss.

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