Nicht als Zeuge erschienen

Aubameyang droht vorerst kein Ordnungsgeld

Dortmund - Pierre-Emerick Aubameyang muss wegen seines Fernbleibens als Zeuge im Prozess um den Bombenanschlag auf den BVB-Mannschaftsbus kein Ordnungsgeld zahlen. Für den Ex-BVB-Spieler ist der Fall trotzdem noch nicht erledigt.

Pierre-Emerick Aubameyang droht vorerst kein Ordnungsgeld vom Dortmunder Schwurgericht. Das erklärte am Freitag der Vorsitzende Richter Peter Windgätter zu Beginn des sechsten Verhandlungstages um den Bombenanschlag auf die Mannschaft vom 11. April 2017. Der eigenwillige Stürmer hatte am Montag seine Zeugenaussage geschwänzt und sich mit einem äußerst dürftigen Attest entschuldigt.

In dem Attest hatte es lapidar geheißen, Aubameyang sei "aus medizinischen Gründen verhandlungsunfähig". Das reichte Staatsanwaltschaft und Gericht naturgemäß nicht aus. Inzwischen soll die ärztliche Bescheinigung des BVB-Mannschaftsarztes um eine Diagnose ergänzt worden sein. Ein Ordnungsgeld wäre allerdings ohnehin auf maximal 1000 Euro begrenzt gewesen. Eine Summe, die Aubameyang sicherlich vor wenige Probleme gestellt hätte.

Erneut als Zeuge geladen?

Für den Gabuner, der am Mittwoch offiziell zu Arsenal London gewechselt ist, ist der Fall trotzdem noch nicht erledigt. "Wir werden natürlich nicht auf den Zeugen Aubameyang verzichten", erklärte Oberstaatsanwalt Carsten Dombert. Er forderte die Richter auf, den Fußballprofi erneut als Zeugen zu laden. Entweder komme Aubameyang dann endlich selbst, oder man müsse eine Videovernehmung in London organisieren. Richter Peter Windgätter meinte dazu: "Das wird schwierig, aber wir werden es probieren."

Unterdessen hat der Angeklagte Sergej W. den beiden Verletzten des Anschlags Schmerzensgeldzahlungen angeboten. Verteidiger Carl Heydenreich erklärte am Freitag, nach Rücksprache mit der Familie seines Mandanten sei man zu einem sogenannten Täter-Opfer-Ausgleich bereit. Ein solches Vorgehen wird von Richtern gewöhnlich strafmildernd gewertet.

Knalltrauma vom Attentat

Das Geld würde dem inzwischen in seine spanische Heimat zurückgekehrten Verteidiger Marc Bartra und einem Motorradpolizisten zugute kommen, der bei dem Attentat ein Knalltrauma erlitten hatte. Bartra hatte - anders als Aubameyang - am Montag als Zeuge vor dem Schwurgericht ausgesagt.

Der Angeklagte Sergej W. hatte schon am zweiten Verhandlungstag Anfang Januar zugegeben, den Anschlag mit drei selbst gebauten Sprengkörpern verübt zu haben. Der 28-Jährige beteuert jedoch, er habe niemanden töten oder schwer verletzen wollen.

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