Kriminaldirektor Michael Esser (Leiter BAO Berg) beantwortet während einer Pressekonferenz Fragen der Journalisten zum bundesweiten Einsatz gegen Kinderpornografie am Vortag.
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Kriminaldirektor Michael Esser (Leiter BAO Berg) beantwortet während einer Pressekonferenz Fragen der Journalisten zum bundesweiten Einsatz gegen Kinderpornografie am Vortag.

Pressekonferenz

Schlag gegen Kinderpornografie - 1000 Polizisten im Einsatz, 2000 Beweismittel sichergestellt

  • Katharina Weber
    vonKatharina Weber
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Wohnungen von 50 Tatverdächtigen hat die Polizei bei einem bundesweiten Einsatz gegen Kinderpornografie durchsucht. In eine Pressekonferenz wurden weitere Details bekannt gegeben.

  • 1000 Polizisten waren am Dienstag bei Razzien gegen Kinderpornografie im Einsatz.
  • 2000 Beweismittel wurden gefunden und sichergestellt.
  • Es wurden keine Haftbefehle gegen Tatverdächtige erlassen.

Update, 2.9., 15.30 Uhr: NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat sich zufrieden mit den Razzien gegen 50 Tatverdächtige im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach gezeigt: „Das ist ein guter Tag im Kampf gegen die Kinderpornografie“, sagte Reul am Mittwoch.

„Es zahlt sich aus, dass wir die Ermittlungskommission mit ausreichend Personal und Zeit ausgestattet haben, damit umfangreich und gründlich ermittelt werden kann“, so der Innenminister über die federführende Besondere Aufbauorganisation (BAO) „Berg“ in Köln. „Die Täter sollen wissen: Wir sind ihnen auf den Fersen“, sagte Reul. „Und das war garantiert nicht die letzte Razzia.“

Update, 2.9., 11.33 Uhr: In NRW waren die Polizeibehörden Recklinghausen, Köln, Bonn und Düsseldorf für die Durchsuchungen im Einsatz. Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es keine Hinweise zu Bezügen zum Missbrauchsfall in Münster. Die meisten Einsätze gab es in Bayern. Dort sei die Polizei an 15 Orten gegen 13 Tatverdächtige vorgegangen, sagte Ermittlungsleiter Michael Esser am Mittwoch in Köln.

Update, 2.9., 11.25 Uhr: Wie Ermittlungsleiter Michael Esser auf Nachfrage sagte, werden für die Ermittlungen alle rechtlichen und technischen Mittel eingesetzt, dazu gehöre auch die Künstliche Intelligenz (KI). Die Vorbereitungen für den Einsatz liefen bereits seit Anfang des Jahres. Hierfür wurden sämtliche Messenger-Dienste akribisch auf Kindesgefährdung hin untersucht.

Oberstaatsanwalt Markus Hartmann (r, Leiter Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime/ZAC) und Kriminaldirektor Michael Esser (l) (Leiter BAO Berg) beantworten während einer Pressekonferenz Fragen der Journalisten zum bundesweiten Einsatz gegen Kinderpornografie am Vortag.

Nach Razzia wegen Missbrauch - 2000 Beweise sichergestellt

Update, 2.9., 11.10 Uhr: Bei der Durchsuchungsaktion am Dienstag waren insgesamt knapp 1000 Polizisten beteiligt, 280 davon allein in NRW. Nach derzeitigem Kenntnisstand gibt es bislang keine Hinweise auf tatsächliche Misshandlungen von Kindern. In NRW wurden neun Gebäude von neun Tatverdächtigen durchsucht.

Zwei Menschen wurden bei dem Einsatz verletzt. Zwei Tresore wurden sichergestellt und werden in Kürze überprüft. Insgesamt wurden 2000 Beweismittel sichergestellt, darunter viele elektronische Datenträger. Die Auswertung werde sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, wie Ermittlungsleiter Michael Esser in der Pressekonferenz sagte. Festnahmen gab es keine aber es lagen vorab auch keine Haftbefehle vor.

Update, 2.9., 11 Uhr: In einer Pressekonferenz gibt die Polizei Köln aktuell Details zum bundesweiten Einsatz gegen Kinderpornografie bekannt. Insgesamt laufen die Ermittlungen mittlerweile zehn Monate. Am Dienstag wurden in zwölf Ländern Wohnungen von insgesamt 50 Tatverdächtigen durchsucht. Dabei handelt es sich um 48 männliche Tatverdächtige und zwei Frauen.

Update, 1.9., 18.30 Uhr: In Köln wollen Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch (11.00 Uhr) Einzelheiten zu den Razzien im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach an diesem Dienstag mitteilen. Bundesweit waren die Wohnungen von 50 Tatverdächtigen durchsucht worden.

Schauplatz der Durchsuchungen waren die Bundesländer Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Es gehe um den Verdacht des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie, teilte die Kölner Staatsanwaltschaft mit.

Die Ermittlungen rund um den Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach haben schon zu Spuren in sämtliche Bundesländern geführt. Mit Stand 27. August wurde alleine in NRW gegen 84 Beschuldigte ermittelt, zehn Menschen waren bereits angeklagt, einer in Haft, acht in Untersuchungshaft.

Schlag gegen Kinderpornografie: Auch Polizei Recklinghausen ist an Durchsuchungsaktion beteiligt

Erstmeldung (1.9., 16.30 Uhr): Seit Dienstagvormittag durchsucht die Polizei bundesweit Wohnungen von 50 Tatverdächtigen, die im Verdacht des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie stehen. Wie am Nachmittag bekannt wurde, war auch das Polizeipräsidium Recklinghausen an der Aktion beteiligt.

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft waren vielerorts Spezialeinheiten im Einsatz. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden bei den Einsätzen vier Menschen leicht verletzt. Die Einsätze seien noch nicht ganz abgeschlossen. Eine erste Sichtung und Bewertung sichergestellter Beweismittel sei im vollen Gange.

In einer Pressekonferenz am 2. September um 11 Uhr sollen weitere Details bekannt gegeben werden. Diese werde auch bei Facebook live übertragen. (mit dpa)

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