Öffentlich geförderte Wohnungen

Bezahlbarer Wohnraum ist in Dortmund nach wie vor ein rares Gut

Die Nachfrage nach öffentlich geförderten Wohnungen ist in Dortmund nach wie vor höher als das Angebot. Fast 2000 Menschen suchen eine Wohnung mit garantierter niedriger Miete.

Das städtische Wohnungsamt hat seinen Tätigkeitsbericht für das Jahr 2018 vorgelegt. Ein wesentlicher Teil der Arbeit des von Thomas Böhm geleiteten Amtes ist die Versorgung von Menschen, die aufgrund ihres Einkommens Anspruch auf eine Wohnung haben, die durch öffentliche Förderung eine auf 5,70 Euro festgeschriebene Miete haben. Die Zahl dieser Dortmunder ist weiter steigend.

Fast 2000 Dortmunder suchen eine öffentlich geförderte Wohnung

Zum Stichtag 31.12.2018 waren in der Stadt 1974 Haushalte als wohnungssuchend für eine geförderte Wohnung vorgemerkt. Im Vorjahr waren es 1890 Haushalte. Hinter dieser Zahl steht eine noch größere Anzahl an Menschen.

Denn problematisch bleibt laut Planungsdezernent Ludger Wilde insbesondere die Situation für Haushalte mit fünf oder mehr Personen. "Diese Haushalte sind verstärkt auf die Hilfe des Amtes für Wohnen und Stadterneuerung angewiesen", sagt Ludger Wilde.

Die Zahl der Wohnungen mit Mietpreisbindung sinkt weiterhin

1810 Haushalte haben im vergangenen Jahr eine öffentlich geförderte Wohnung bezogen. Der Bestand an solchen Wohnungen ist damit erneut kleiner geworden.

Er sinkt um 256 auf insgesamt 23.996 Wohnungen (2017: 24.252). Die öffentliche Förderung läuft nach 25 Jahren aus. Bei Neubauten hat Dortmund eine 25-Prozent-Quote für geförderter Wohnungen festgelegt. Die Zahl der Neubauten hält aber nach wie vor nicht mit dem Tempo der auslaufenden Bindungen Schritt.

Die Förderkonditionen für Bauherren sind nicht attraktiv

Oberbürgermeister Ullrich Sierau lobt die "große Kontinuität", mit der Dortmund bei dem Thema unterwegs sei. Zugleich ist der weiter wachsende Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ein unbestreitbarer Fakt.

Dass nicht mehr öffentlich geförderte Wohnungen entstehen, liegt laut Planungsdezernent Ludger Wilde auch an den Konditionen für Bauherren. "Die festgeschriebene Miete von 5,70 und der Tilgungsnachlass von 15 Prozent sind grenzwertig und schwer vermittelbar", sagt Ludger Wilde.

189 öffentlich geförderte Wohnungen entstanden 2018

Selbst Unternehmen, die in der Vergangenheit regelmäßig solche Wohnungen gebaut hätten, seien nur noch in Ausnahmefällen zu überzeugen. 2018 entstanden 189 neue Wohnungen mit festem Mietpreis.

Das Netzwerk "arm in Arm", ein Zusammenschluss aus DGB, Mieterbund, Mieterverein und rund 20 weiteren Gruppen, hatte zuletzt von Stadtverwaltung und Landesregierung mehr Aktivität beim Neubau von bezahlbaren Wohnungen gefordert.

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