Offensivprobleme

Es herrscht große Not im Angriff

GELSENKIRCHEN - Ilija Gruev schaute sich am Mittwochvormittag das Training des FC Schalke 04 an. Der frühere Trainer des MSV Duisburg, der am 1. Oktober nach acht sieglosen Zweitligaspielen bei den Meiderichern seine Koffer packen musste, ist mit Schalke-Coach Domenico Tedesco befreundet. Kein Wunder, dass nach der Übungseinheit eine herzliche Umarmung folgte und beide Trainer ein bisschen fachsimpelten.

Womöglich wird Tedesco seinem Trainerkollegen gesagt haben, dass ihn momentan am meisten die Probleme seiner Mannschaft in der Offensive beschäftigen. Denn dort entwickelt sich die Personallage ausgerechnet vor dem Derby gegen Borussia Dortmund alles andere als erfreulich.

Die Liste der Ausfälle und Sorgenkinder wird immer länger. Fest steht bereits, dass Mark Uth und Franco Di Santo nicht zur Verfügung stehen werden. Uth absolviert zwar seit einigen Tagen ein dosiertes Einzeltraining, „aber für ein Comeback ist es noch zu früh. Mark ist für das Spiel gegen den BVB noch kein Thema“, sagte Domenico Tedesco.

Verzichten wird der Schalker Trainer auch auf Franco Di Santo, der aber ohnehin kaum noch eine Rolle in den sportlichen Überlegungen des 33-Jährigen spielt. „Franco hatte in letzter Zeit immer wieder Probleme wegen einer Entzündung an der Patellasehne. Das ist nichts Dramatisches. Aber unser Mannschaftsarzt Patrick Ingelfinger hat gesagt, dass wir es jetzt auskurieren sollen“, so Tedesco.

Noch viele Unklarheiten

Cedric Teuchert macht zwar Fortschritte, doch nach seiner Hüftbeugerverletzung hat er viele Wochen mit geregeltem Training ausgesetzt. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit wohl eher gering, dass der Ex-Nürnberger im Kader auftauchen wird.

Mehr Hoffnung hat Tedesco, dass Steven Skrzybski gegen die Dortmunder wieder zur Verfügung steht. Der Stürmer hatte sich im Champions-League-Spiel beim FC Porto ein Hämatom im Brustmuskel zugezogen, dass immer noch erhebliche Schmerzen bei bestimmten Bewegungen verursacht. Dennoch hat Tedesco einen Einsatz von Skrzybski noch nicht abgeschrieben: „Ich glaube schon, dass Steven es bis Samstag hinkriegt.“

Auch Guido Burgstaller hat Tedesco fest eingeplant. Wegen Achillessehnen- und Leistenbeschwerden musste Burgstaller in letzter Zeit schon öfter das Training reduzieren. Am Mittwoch absolvierte der Österreicher nur eine Einheit in der Halle. Heute soll er ins Mannschaftstraining zurückkehren. Tedesco hofft, dass es Burgstaller auch mit reduziertem Training schafft, bis zur Winterpause durchzuhalten. Danach wird man sehen, wie es weiter geht. Bisher, so versicherte der Schalker Trainer, sei eine Operation bei seinem Stürmer nicht notwendig.

Die 90 Minuten am Samstag sind bedeutend

Der junge Haji Wright trainierte nach seinem Startelf-Debüt in der Bundesliga wieder bei der U 23. „Wenn er sich da weniger einen Kopf macht, ist das von Vorteil. Jeder Fußballer braucht eine Heimat“, begründete Tedesco seine Entscheidung. Noch darf sich Wright allerdings Hoffnungen machen, am Samstag zum Schalker Kader zu gehören. Das wird davon abhängen, wie sich die Personalsituation in den nächsten Tagen in der Offensive gestaltet.

Mit Yevhen Konoplyanka hat Tedesco zwar noch einen Stürmer in der Hinterhand, der allerdings in den vergangenen Begegnungen nicht oder kaum zum Einsatz kam. Vielleicht bekommt der 29-Jährige im Derby eine neue Chance. Beim Training am Mittwoch glänzte der Ukrainer unter anderem mit einem Hackentor.

Doch egal, wie Tedesco sich in der Offensive aufstellungsmäßig entscheidet, hat diese Begegnung für Schalke richtungweisende Bedeutung bis zur Winterpause. Denn aktuell liegen die Königsblauen nur vier Punkte vom Relegationsplatz entfernt. Eine Niederlage gegen den Erzrivalen würde die Situation weiter verschärfen. Deshalb haben die 90 Minuten am Samstag für die Gastgeber einen ganz besonderen Stellenwert.

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