Am 7. Oktober

Dortmund-Tatort mit Käfigkampf und Quickie im Kleinlaster

Käfigkampf um Leben und Tod, ein Quickie mit Kommissarin im Kleinlaster und der Versuch eines Oligarchen, den BVB zu kaufen - beim 12. Dortmund-Tatort gibt es für Realisten immer auf die Zwölf.

Echte Kriminalkommissare werden sofort abwinken. Hauptkommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) und sein Team haben sich auch bisher nicht viel um Polizeiregeln geschert, doch der zwölfte Dortmund-Tatort "Tod und Spiele" verstößt so gegen jede Dienstvorschrift, die schon Laien beim Zuschauen einfällt. Und er thematisiert Absurditäten, die man selbst in dieser kranken Welt kaum für möglich hält. Auch deshalb ist der neueste Fall der Dortmunder Kommissare wieder sehenswerte Unterhaltung.

Die Leiche eines Russen wird verbrannt und zersägt auf einem stillgelegten Fabrikgelände gefunden. Er ist eines der Opfer illegaler Kämpfe, bei denen die Reichen und die Schönen auf die Armen und Verzweifelten wetten, die sich für Geld prügeln, bis einer stirbt.

Illegale Geheimpartys

Kommissarin Martina Bönisch (Anna Schudt) ermittelt wie ihr neuer Kollege Jan Pawlak (Rick Okon) verdeckt und schläft im Kleinlaster mit dem Hauptverdächtigen, einem verliebten russischen Oligarchen, der den BVB kaufen will. Er führt die Ermittlerin in die Welt illegaler Geheimpartys ein, wo man Gesichtsmasken trägt wie seinerzeit Tom Cruise und Nicole Kidman in "Eyes Wide Shut". Selbst Faber fragt sich: "Sind wir hier noch in Deutschland?"

Der einzige mögliche Zeuge des Verbrechens, ein Kind, spricht nicht. Die Kommissare geben den Jungen nicht etwa in die Obhut des Jugendamtes, nein Oberkommissarin Nora Dalay (Aylin Tezel) muss zu ihrem Unmut auf ihn aufpassen und mit ihm im Schlafsack im Büro übernachten. Doch er entwischt ihr und gibt dem Fall eine überraschende Wendung.

Faber ist eifersüchtig

Trotz der brachialen Räuberpistole ist dieser Tatort mit seiner warmen Filmsprache und einem lockeren Ton weniger schwer als seine Vorgänger. Die Pointen sind gesetzt, Lacher programmiert. Nicht zuletzt ist es Faber selbst, der dieser Folge Leichtigkeit verleiht. Der Psycho-Kommissar menschelt, zeigt Mitgefühl und Sorge für seine Kollegen, sogar Eifersucht. Er will alles zusammenhalten - garniert mit reichlich Wortwitz. Bönisch macht bei dem Zyniker sogar "so ein kleines sympathisches Lächeln" aus. Seine Antwort: "Ich kann gar nicht lächeln, das geben meine Gesichtsmuskeln gar nicht her."

Wer jetzt besorgt ist, dass der traumatisierte Faber normal werden könnte, kann beruhigt sein: Das ist nur die Ruhe vor dem nächsten Psycho-Sturm. Dann fabert er wieder.

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