Open Data

Die Stadt öffnet ihren Datenschatz für jeden Bürger - umsonst und frei verfügbar

Dortmund - Was bieten Schulen und Kitas dieser Stadt? Wo gibt es E-Tank-Säulen und öffentliche Toiletten? Seit Donnerstag sind solche Informationen gebündelt abrufbar - dank Open Data.

Die öffentlichen Toiletten in Dortmund waren auch bisher schon kein wohlgehütetes Datengeheimnis, aber gut zu wissen, wo sie sind, wenn?s pressiert. Zu den bisher 81 Datensätzen, die die Stadt Dortmund unter dem Stichwort Open Data seit Donnerstag (23. August) ins Netz stellt, zählen auch Statistiken und Kennzahlen zu insgesamt 14 Themenbereichen, darunter Bevölkerung, Gesundheit, Infrastruktur, Bauen, Wohnen, Steuern, Verkehr, Wirtschaft und Verbraucherschutz.

Organisationsdezernent Christian Uhr spricht von einem "Kulturwandel" hin zu mehr Transparenz und offenem Verwaltungshandeln. Die Digitalisierung macht's möglich. "Wir wollen das, woran wir arbeiten, der breiten Öffentlichkeit zugänglich und so Politik-Entscheidungen nachvollziehbarer machen mit dem Ziel, eine breitere Mitwirkungsbereitschaft der Bürger auszulösen", erläutert Planungsdezernent Ludger Wilde. Der Datenschatz ist ein Fundus auch für Wissenschaft, Unternehmen und Medien.

Nicht nur Zahlen, auch Aufbereitung in Grafiken

Andere Kommunen sind Dortmund bei Open Data weit voraus, dennoch startet die Stadt ihre neuestes Portal mit einem Alleinstellungsmerkmal. Wilde: "Wir liefern nicht nur nüchterne Zahlenwerke, sondern diese auch in verständlichen Formaten wie Grafiken, damit Bürger sie für den eigenen Gebrauch weiterverwerten können."

Zahlen zur Bevölkerungsstatistik zum Beispiel sind in Torten- und Säulendiagrammen aufbereitet, beim Solarpotenzialkataster lässt sich für jedes einzelne Haus auf einen Blick ablesen, wie gut das Dach oder Teile des Daches für Solarpaneele geeignet sind, und eine andere Karte zeigt, wo es ambulantes Wohnen für Menschen mit Behinderungen gibt.

Ein Fragebogen zu offenen Wünschen

In einem auf dem Portal hinterlegten Fragebogen können Bürger mitteilen, was sie für Daten nutzen und was ihnen fehlt. Die Stadt werde das Open Data Portal ständig mit neuen Informationen füttern und lebendig halten, kündigt Wilde an. Die Bereitstellung der Daten bedeute für die Verwaltung zwar eine Entlastung von Anfragen, auf der anderen Seite werde sie aber sicherlich von Bürgern und der Politik mit ihren eigenen Daten konfrontiert werden. "So ermöglichen wir eine Diskussion auf Augenhöhe", sagt Ulf Meyer-Dietrich, Leiter des Vermessungs- und Katasteramtes, das neben dem Dortmunder Systemhaus Open Data maßgeblich betreut.

Im Oktober oder November wird das Portal noch einmal überholt; denn bislang lässt es sich nur auf PCs, Laptops und Tablets abrufen. Die Version für Smartphones ist der nächste Schritt. Doch ob die gerade angepeilte öffentliche Toilette besetzt oder frei ist, wird auch dann nicht abzulesen sein.

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