Ordnungsgeld droht

Wälder weiter gesperrt - nur kaum einer bekommt es mit

Aplerbeck - Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW hat das Betretungsverbot der Dortmunder Wälder südlich der B1 bis zum 18. Februar verlängert. Was in Behördenkreisen damit jetzt bekannt ist, sickert nur ziemlich langsam zum Bürger durch.

Dem kleinen weißen Hund, der fröhlich in den Aplerbecker Wald marschiert, geht die ordnungsbehördliche Verordnung zur Gefahrenabwehr, wie das Schreiben des Landesbetriebes Wald und Holz NRW offiziell betitelt ist, am Allerwertesten vorbei. Frauchen sollte es jedoch besser wissen, dass das Betreten der Wälder in Dortmund südlich der B1 absolut verboten ist - und zwar noch bis zum 18. Februar 2018. Sturmtief Friederike hat hier so gewütet, dass noch nicht wieder alles niet und nagelfest ist.

Versicherungsschutz kann erlöschen

Das Problem ist nur, wer sich nicht an das Betretungsverbot hält, für den könnte es ziemlich bitter werden. Denn im Falle eines Unfalles könnte der Versicherungsschutz erlöschen, das bestätigte ein Sprecher des Landesbetriebs Wald und Holz NRW auf Nachfrage unserer Zeitung. Es sei hochgradig gefährlich im Moment in den Wäldern. Nicht nur für die Bürger, auch für die Waldarbeiter, sagt der Wald und Holz-Sprecher.

"Ich dachte, dass der Wald wieder begehbar sei", sagt eine Spaziergängerin, die ihr Fahrzeug auf dem Parkplatz an der Schwerter Straße parkt und dann wie selbstverständlich in den Aplerbecker Wald marschiert. Doch Verbot ist Verbot und wer erwischt wird, riskiert ein Ordnungsgeld.

"Nicht die Aufgabe der Stadt"

Doch wie sollen die Bürger von der Verordnung erfahren? Das scheint gar nicht so einfach. An den Zugängen zu den Wäldern auf jeden Fall nicht. Hier deutet überhaupt nichts daraufhin, dass der Wald gesperrt ist. "Das ist auch nicht die Aufgabe der Stadt", sagt Pressesprecherin Heike Thelen. Die Stadt gebe die Informationen lediglich weiter - an die Presse.

Zudem sei nicht möglich, an allen Waldeingängen Informationen bereitzustellen. Hierfür würden auch die Mitarbeiter fehlen. Auch der Landesbetrieb Wald und Holz NRW hält es für nicht durführbar, den Zugang zu den Wäldern abzusperren.

Bürger müssen sich selber kümmern

Flatterband würde sofort wieder weggerissen und komplett zumachen ginge nicht, da die Rettungswege aufbleiben müssten. Am Wald gibt's also keine Hinweise. Aber auch in öffentlichen Gebäuden gibt es keinen Aushang der Landesverordnung.

So auch im Aplerbecker Amtshaus. "Als die Vogelgrippe hier grassierte, haben wir vom Ordnungsamt immer Ad-hoc-Meldungen bekommen, mit der Bitte, diese sofort öffentlich auszuhängen", sagt Michael Rohde, Verwaltungsleiter in Aplerbeck. Vom Umweltamt sei bezüglich der Wälder nichts gekommen. Nur wie kommen die Bürger dann an die Nachricht über die Waldsperrung? So blöd es klingt - sie müssen sich selber kümmern. "Es wird über die Medien und auf unseren Facebook-Seiten verbreitet, dass das Betreten der Wälder in Dortmund verboten ist", sagt ein Sprecher Landesbetriebes Wald und Holz NRW. Wer nicht darauf schaut, ist im Prinzip selber Schuld.

Weiter auf Spaziergänge verzichten

"Mit dem Wald betreten ist verbunden, dass ich mich mit den waldtypischen Gefahren auseinandersetze. Wenn ich dort spazieren gehe und mir fällt ein Ast auf den Kopf, ist das mein persönliches Pech", sagt ein Sprecher des Landesbetriebes Wald und Holz NRW. Und in diesem Fall sei das so, dass sich die Leute nach solchen Sturmereignissen erkundigen müssten. Das sei eine Bringschuld. Man könne nicht jedem persönlich sagen, er dürfe nicht.

Wie schon erwähnt, passiert etwas, kann der Versicherungsschutz erlöschen. Daher noch einmal die Bitte von Stadt und Land - bis zum 18. Februar auf Waldspaziergänge verzichten. Ein Tipp auch für das Frauchen mit dem kleinen weißen Hund.

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