Parkchaos bei Ikea

"Wohnst du noch oder parkst du schon?"

Kley - Am Brückentag saßen Ikea-Kunden im Indupark in Kley teilweise über drei Stunden im Parkhaus fest. Auch die Polizei konnte nicht helfen. Das geschah nicht zum ersten Mal.

Eigentlich ging es um eine Küche. Mark Hoffmann, 51 Jahre alt, hatte sich am Montag mit seiner Frau Claudia und seinem Sohn auf den Weg zu Ikea gemacht. Sie trafen gegen 10 Uhr am Indupark ein, fuhren ins Parkhaus der Möbelkette und gingen los.

Um 12 Uhr waren sie fertig - bis zu diesem Moment war es ein ganz normaler Einkaufstag. Was dann folgte, dürfte alle, die eine Abneigung gegen Brückentagsbesuche bei Ikea pflegen, in ihrem Weltbild bestärken: Um aus dem Parkhaus samt Wagen und Anhänger wieder auf die Straße zu kommen, brauchte Familie Hoffmann mehr als drei Stunden.

Lange Wagen-Kolonne in der Ikea-Tiefgarage

Die Falle, in der Familie Hoffmann und mit ihr noch viele weitere Menschen in ihren gut hundert weiteren Autos saßen, liegt, so erklärt sich das Mark Hoffmann, am Aufbau der Verkehrsabflusses: Wer aus dem Parkhaus raus will, muss auf den Ikea-Parkplatz ausfahren. Dort haben aber die, die auf dem Parkplatz fahren, Vorfahrt. Da auch die Menschen schon sehr lange brauchten, waren die wenigsten gewillt, noch jemand anderen vorzulassen. Kurz gesagt: Oben lief wenig, unten nichts mehr.

Die Hoffmanns warteten über eine Stunde, gingen noch einen Kaffee trinken, kamen wieder, die Schlange war einen Meter vorangekommen. Die Wagen standen, da, die Motoren liefen, nichts bewegte sich. Sie sprachen einen Ikea-Mitarbeiter an, der ihnen sagte, dass er auch nichts dafür könne und das die Hoffmanns ja die Polizei anrufen könnten.

Die Polizei erhielt am Montag, so sagt sie, mehrere Anrufe aus dem Parkhaus. Eine Streifenwagenbesatzung schaute sich die Situation vor Ort an, konnte aber auch nur feststellen, dass da zu wenig Straße für zu viel Verkehr zur Verfügung stand.

Parkhaus-Problem dürfte Ikea bekannt sein

Was Frau Hoffmann im Nachhinein sauer macht, ist, dass ihr ein Ikea-Mitarbeiter durch die Blume gesagt habe, man wisse doch, was los wäre, wenn man an einem Brückentag zu Ikea fahren würde. Claudia Hoffmann: "Das es voll war, stimmt. Aber das Problem lag hier ganz klar auf dem Parkplatz von Ikea. Draußen lief der Verkehr."

Möglich, dass Frau Hoffmann nicht falsch liegt: Bereits am 2. Januar 2015 meldete sich eine Leserin unserer Redaktion per Handy aus dem Parkhaus - sie saß damals über zwei Stunden dort fest. Das Problem ist also kein singuläres und dürfte bei Ikea bekannt sein.

Um 15.45 Uhr dann rollten die Hoffmanns aus der Tiefgarage. 225 Minuten, nachdem sie ihren Einkauf bei Ikea beendet hatten. Eine Küche hatten sie nicht dabei. Nur einige Kleinigkeiten hatten sie bei Ikea gekauft. Dafür waren sie letztlich um eine eindrückliche Erfahrung reicher.

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