Parken an Ladesäule

Elektroauto bekommt Knöllchen auf E-Parkplatz

Dortmund - An der Ladesäule auf einem E-Parkplatz ist ein Elektroauto nicht gleich ein Elektroauto. Diese Erfahrung musste Christine Denstorf mit ihrem Tesla machen. Sie bekam ein Knöllchen wegen Falschparkens. Ihr Auto hatte ein "E" zu wenig.

Vor gut einer Woche hat die Stadt angekündigt, das Ordnungsamt werde an den 47 E-Ladestationen und 18 E-Parkplätzen im Stadtgebiet stärker kontrollieren, damit keine anderen als Elektroautos diese privilegierten Plätze besetzen. Dass die Ordnungshüter ihre neue Aufgabe sehr ernstnehmen, musste am Mittwoch Christine Denstorf erfahren - mit ihrem Elektroauto.

Dazu gibt es eine Vorgeschichte: Ihr E-Auto, ein Tesla Model X, hat Christine Denstorf am 28. September 2016 bei den Bürgerdiensten in Lütgendortmund angemeldet. Sie fragte damals nach einem E-Kennzeichen. Das stand zwar schon fast ein Jahr in den straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften, doch die freundliche Mitarbeiterin vom Amt und ihre Kollegen kannten sich nicht damit aus. Sie müsse noch mal wiederkommen, sagte man Christine Denstorf.

Die hatte es aber eilig, weil sie das Leasing-Fahrzeug abholen musste. Wegen der damals langen Wartezeiten auf Termine bei den Bürgerdiensten entschied sie sich für ein "normales Kennzeichen". Gleichzeitig fragte sie nach der Umweltplakette und erhielt die Antwort, die brauche sie bei einem E-Auto nicht.

Umweltplakette fehlte

Das ging ein Jahr lang gut. Doch am 11. September vergangenen Jahres erhielt sie das erste Knöllchen über 80 Euro. Sie sei ohne Umweltplakette in die Umweltzone gefahren. Christine Denstorf fragte bei Tesla nach und bekam die Auskunft, bei einem E-Auto brauche sie keine Umweltplakette. Sie übergab alles ihrem Anwalt, und die Sache wurde im November 2017 eingestellt. Eine Umweltplakette hat sie sich aber dann besorgt. Sicherheitshalber.

Was nun am vergangenen Mittwoch passierte, hätte sie nicht für möglich gehalten. Christine Denstorf parkte wie so häufig an der E-Ladestation am Hohen Wall nahe der Thier-Galerie, schloss ihr Auto mit einem dicken blauen Kabel zum Laden an und marschierte los, um Besorgungen zu machen. Als sie zurückkam - das Ladelicht leuchtete noch immer blau an der Säule -, klemmte ein Knöllchen über 10 Euro wegen unberechtigten Parkens an der Windschutzscheibe. "Absurd", sagt sie, "mein Auto hat geladen und war somit eindeutig als Elektroauto zu erkennen."

E-Kennzeichen war in der Bezirksverwaltungsstelle nicht bekannt

Das haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes wohl auch erkannt, doch was Christine Denstorf fehlte, war ein E im Nummernschild, also das sogenannte E-Kennzeichen, das man braucht, um die Vorteile wie kostenloses Parken auf E-Parkplätzen nutzen zu können. Eben das Kennzeichen, das die Mitarbeiter in der Bezirksverwaltungsstelle nicht kannten.

"Ein individueller Fehler, der passieren kann, aber nicht passieren darf", sagte Stadtsprecher Maximilian Löchter auf Anfrage. Die Stadt bitte, diesen Fehler zu entschuldigen. Man werde der Halterin ein kostenloses E-Kennzeichen anbieten.

E-Kennzeichen für Parkplatz mit Ladesäule ein Muss

Ob E-Kennzeichen oder nicht, so Löchter, die Bürgerdienst-Mitarbeiter hätten Christine Denstorf bei der Anmeldung auch eine Umweltplakette aushändigen müssen, da E-Fahrzeuge oft nicht als solche zu erkennen seien. Aber die Nutzung eines Parkplatzes mit Ladesäule sei "grundsätzlich nur möglich, wenn das Fahrzeug mit einem E-Kennzeichen versehen ist" - auch wenn ein Ladekabel in der Ladesäule stecke.

Christine Denstorf will ihren Fall nicht zu hoch aufhängen, aber das letzte Wort ist für sie in der Sache noch nicht gesprochen, zumal auf dem Verkehrsschild an der Ladesäule nicht zu erkennen ist, dass nur Autos mit E-Kennzeichen dort parken dürfen: "Das muss doch da drunter stehen. Das ist nicht ausgegoren."

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