Mit Pfannenwender geschlagen

Vergewaltigung im Frauenknast: Angebliche Domina "Lady Mary" vor Gericht

Eine angebliche Domina aus Dortmund soll im Gelsenkirchener Frauengefängnis eine Mitgefangene gefesselt, misshandelt und vergewaltigt haben. Jetzt steht sie vor Gericht.

Ihr Spitzname war "Lady Mary", ihre sexuellen Phantasien waren angeblich eher gewaltgeprägt: Eine 45-jährige Frau aus Dortmund-Huckarde, die früher als Domina gearbeitet haben soll, muss sich seit Dienstag in Essen vor Gericht verantworten. Die Vorwürfe gehen auf eine Nacht Ende Januar 2018 zurück.

Rote Lippen, schwarzgeschminkte Augen, eng gebundenes Netzhemd: So soll die Dortmunderin über ihren Zellen-Kollegin hergefallen sein. Laut Anklage fesselte sie ihr Opfer ans Bett, schlug mit einem Pfannenheber auf sei ein, biss ihr in die Oberschenkel, vergewaltigte sie. Die andere Frau soll geweint und geschrien haben, gegen die körperlich überlegende Angeklagte aber ohne Chance gewesen sein.

Frauen waren eigentlich ein Paar

Kurios: Die beiden Frauen waren eigentlich ein Paar, hatten selbst darum gebeten, in eine Zweierzelle verlegt zu werden. Über die Ereignisse in der fraglichen Nacht gibt es jedoch komplett unterschiedliche Schilderungen.

Zum Prozessauftakt vor dem Essener Landgericht hat die Angeklagte bestritten, überhaupt jemals als Domina gearbeitet zu haben. "Ich wollte auch gar nicht tun, was sie von mir verlangt hat - ihr Gewalt anzutun", sagte die Dortmunderin den Richtern. Das sei eigentlich gar nicht ihr Ding.

Angeklagte vermutet Rache-Aktion

Trotzdem habe sie schließlich mit einem Pfannenwender zugeschlagen, den man vorher aus der Gefängnisküche mitgenommen habe. Aber nur, weil ihre Mitgefangene es so gewollt habe. Sie selbst stehe eigentlich eher auf Unterwürfigkeit.

Dass sie überhaupt angezeigt worden ist, hat die 45-Jährige nach eigenen Angaben geschockt. Sie vermutet eine Rache-Aktion, für ein Geheimnis, dass sie im Gefängnis ausgeplaudert habe. Dabei ging es um die angebliche HIV-Infektion ihrer Zellennachbarin.

Opfer erschien überraschenderweise nicht vor Gericht

Während die Dortmunderin wegen Betruges noch immer in Haft sitzt - jetzt allerdings in einem anderen Gefängnis - ist ihre ehemalige Mitgefangene längst entlassen worden. Zu ihrer Zeugenvernehmung ist sie am Dienstag allerdings überraschenderweise nicht erschienen.

Im Prozess war von einem großen Drogenproblem die Rede. Angeblich wurde ihr auch in der Haft Methadon verabreicht. Zum nächsten Verhandlungstag soll sie nun von der Polizei gebracht werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Massenschlägerei an der Eichendorffstraße - was kann jetzt die Stadt unternehmen?
Massenschlägerei an der Eichendorffstraße - was kann jetzt die Stadt unternehmen?
CDU-Chef Finke "adelt" Moenikes - Minister Laumann steckt Waltrop ins Münsterland
CDU-Chef Finke "adelt" Moenikes - Minister Laumann steckt Waltrop ins Münsterland
Abstimmung: Wer macht im Ostvest die beste Currywurst?
Abstimmung: Wer macht im Ostvest die beste Currywurst?
Abstimmung: Das ist die beste Currywurst in Marl
Abstimmung: Das ist die beste Currywurst in Marl
"Soko Fischbrötchen": Rätsel geklärt - Lösung in Sicht
"Soko Fischbrötchen": Rätsel geklärt - Lösung in Sicht

Kommentare