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Die nächtlichen Partys am Phoenix-See nerven viele Anwohner.

Phoenix-See

Anwohner beschweren sich über Party-Lärm

HÖRDE - Da ist sie wieder, die Debatte über nächtlichen Lärm am Phoenix-See. Es ist drei Sommer her, dass schon einmal Argumente ausgetauscht worden sind. Für eine Zeit wurde es ruhiger. Nun häufen sich die Beschwerden von Anwohnern über nächtlichen Party-Tourismus wieder.

Zu verschiedenen Gelegenheiten haben See-Bewohner zuletzt ihrem Ärger Luft gemacht. In der Bezirksvertretung wählte Christian Kolusko aus der Hörder-Bach-Allee zuletzt harsche Worte. „Wir haben massiv mit Lärm und Vandalismus zu tun. Das ist mittlerweile widerlich. Der Ordnungsdienst ist nicht existent“, sagte er.

Andere Neu-Hörder bestätigten diesen Eindruck in der vergangenen Woche in einer Runde namens „Quartierslabor“, bei der auch Polizeipräsident Gregor Lange und Ordnungsdezernentin Diane Jägers anwesend waren. An vier Terminen in der Nordstadt, Brackel, Bövinghausen und Hörde sprechen statistisch zufällig ausgewählte Dortmunder über ihr Sicherheitsgefühl. Dies ist Teil des Weges zu einem Masterplan Sicherheit für Dortmund.

"Es ist ja nur Ruhestörung"

„Wir fühlen uns mittlerweile schon blöd, jedes Mal die Polizei zu rufen. Es ist ja nur Ruhestörung“, sagte eine Anwohnerin über die mittlerweile wöchentlich wiederkehrenden Lärm-Eskapaden von Minderjährigen. Dass oft erst nach langer Wartezeit Streifen kommen und auch das nicht immer wirksam ist, frustriert viele.

Gregor Lange erklärt, dass die Reaktionszeit nach Prioritäten verteilt wird. „Bei Einsatzlagen, bei denen ein Täter vor Ort ist, gehören wir mit vier Minuten Reaktionszeit zu den schnellsten in NRW“, sagte Lange. Gerade am Wochenende könnten Ruhestörungen aber in der Priorität nach hinten rutschen, so dass es länger bis zum Eintreffen der Beamten dauert. Dennoch sollten Betroffene immer die „110“ wählen.

Ein Rest Skepsis blieb, „ob die Polizei überhaupt der richtige Ansprechpartner ist, um diese Frage zu lösen“, wie ein Hörder beim „Quartierslabor“ sagte. Ordnungsdezernentin Diane Jägers räumte ein, man habe nach guten Erfolgen vor drei Jahren die neue Dynamik nicht erkannt und werde nun neue Ideen entwickeln.

Keine Nachtwache geplant

„Aber dass es eine Nachtwache gibt, werden wir nicht leisten können, weder Stadt noch Polizei“, sagt Jägers. Bei der Frage nach dem Schutz von Minderjährigen, die laut der Anwohner oft große Mengen Alkohol trinken, will Jägers das Gespräch mit dem Jugendamt suchen.

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