Pilotprojekt

App soll Parkplatznot in Klinik- und Kreuzviertel lindern

DORTMUND - Die Anwohner im Kreuz- und im Klinikviertel ächzen unter hohem Parkdruck - jeder Parkplatz zählt. Das Pilotprojekt eines Dortmunder Konsortiums soll Abhilfe schaffen. Per App sollen freie Privat-Parkplätze gemeldet werden. Und das kann sich für Vermieter finanziell lohnen.

Überschrieben ist das in Dortmund bislang einzigartige Vorhaben, mit dem im Kreuz- und Klinikviertel die Parkplatznot gelindert werden soll, mit dem klangvollen Titel "Puls - Parken und Laden in der Stadt". Treibende Kraft ist ein Dortmunder Konsortium aus acht Akteuren: Die Stadt ist mit dabei, die Fachhochschule und die Universität (TU Dortmund) sowie vier Unternehmen aus der Privatwirtschaft, darunter die RWE-Tochter Innogy. Sie haben unter dem Dach der "Allianz Smart City Dortmund" digitale Techniken entwickelt, mit denen der Parkraum im Kreuz- und im Klinikviertel effektiver genutzt werden soll.

Damit das klappt, müssen private Hauseigentümer, Wohnungsgesellschaften und Anlieger mitspielen. "Wir möchten möglichst viele Menschen dafür gewinnen, ihre Parkplätze in Innenhöfen, Auffahrten und vielleicht auch in Garagen während ihrer Abwesenheit anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen", beschreibt Dr. Jan Fritz Rettberg vom Institut für Energiesysteme an der Dortmunder TU das Vorhaben. Er treibt das Projekt als Koordinator voran.

Ladeboxen für Elektro-Autos

Dazu werde eine App entwickelt, auf der Vermieter Autofahrern ihre Parkplätze anbieten könnten. Weil sich die "Allianz Smart City" dem Ziel verschworen hat, Dortmund auf Energieeffizienz zu trimmen, sollen nicht einfach nur zusätzliche Stellplätze bereitgestellt werden. Sie sollen vielmehr mit technischen Einrichtungen für Elektro-Autos ausgerüstet werden.

"Jeder Hauseigentümer, der mitmacht, bekommt von uns die notwendige Infrastruktur", sagt Rettberg. Dazu gehöre eine von Innogy entwickelte Ladebox. "Die ist kleiner als ein Kaffeevollautomat und kann im Gegensatz zu einer Ladesäule an der Hauswand angebracht werden", sagt Rettberg.

Dazu gehören aber auch Sensoren auf den Parkplätzen, die melden, ob Stellplätze frei sind. Die Technik, betont Rettberg, werde vom Konsortium kostenlos zur Verfügung gestellt. "Der Vermieter muss dafür nichts bezahlen." Erzielt er umgekehrt Einnahmen aus der Parkplatzvermietung, soll er sie behalten dürfen. Die Stellplätze seien in erster Linie für E-Autos gedacht, sollen aber auch herkömmlichen Autos zur Verfügung stehen, sagt Rettberg.

Projekt kostet 2 Millionen Euro

Mitte des Jahres soll mit Postwurfsendungen und Bürgerveranstaltungen im Kreuz- und im Klinikviertel für das auf rund zwei Jahre angelegte Pilotprojekt getrommelt werden. "Wir streben ein Volumen von rund 50 Parkplätzen an", sagt Rettberg. Die Kosten für das Gesamtprojekt beziffert er auf "rund zwei Millionen Euro". Der Förderantrag liege im Bundesverkehrsministerium. "Wir hoffen auf eine Genehmigung im ersten Quartal des Jahres", sagt Rettberg. Laufe alles glatt, könne gegen Jahresende die Infrastruktur aufgebaut werden.

"Wir sind neuen Ideen grundsätzlich sehr aufgeschlossen und werden uns mit dem Projekt auch befassen", sagt Nicole Brückner vom Spar- und Bauverein. Es gebe aber erheblichen Prüfungsbedarf. Nach den geltenden Mietverträgen sei eine Weitervermietung von Parkplätzen "derzeit nicht zulässig", sagt Brückner.

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