Planungen der RAG

Die Zechenbrachen bieten Potenziale für neue Jobs

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KREIS RE - Zwei ehemalige Bergbaustandorte, auf denen Industrie angesiedelt werden könnte, sollen der Natur zurückgegeben werden. Die RAG Montan Immobilien hält das für eine Fehlentwicklung.

Der Kreis Recklinghausen spielt in den strategischen Überlegungen der RAG Montan Immobilien GmbH (Essen) eine zentrale Rolle. Denn im Norden des Ruhrgebiets gibt es zahlreiche ehemalige Zechenstandorte, die für eine neue Nutzung revitalisiert werden können. Ein aktuelles Vorzeigeprojekt ist das geplante Industrie- und Gewerbegebiet gate.ruhr auf dem Gelände von Auguste Victoria 3/7 in Marl. Hier sollen 2020 erste Flächen vermarktet und bis zu 1000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Kreis RE hätte noch mehr Potenzial, doch dem schiebt der Entwurf des Regionalplans einen Riegel vor.

Der Regionalplan, der derzeit vom Regionalverband Ruhr (RVR) erarbeitet wird, gibt die Ziele der Entwicklung im Ruhrgebiet vor. Der Plan sieht für die früheren Bergbaustandorte AV 8 in Haltern-Lippramsdorf und Schacht Polsum in Marl Rückbau und Begrünung vor. Aus Sicht der RAG Montan Immobilien GmbH ist das ein volkswirtschaftlicher Irrweg. Gewerbe- und Industrieflächen seien rar, und an diesen Standorten sei schließlich die komplette Infrastruktur vorhanden, um neue Unternehmen anzusiedeln und Arbeitsplätze zu schaffen, gibt Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung, zu bedenken. Die RAG-Tochter hat deshalb im Anhörungsverfahren zum Regionalplan ihre Einwände gegen diese Planung deutlich gemacht. Der Ausgang ist offen.

Die RAG Montan Immobilien ist nach eigenen Angaben mit aktuell über 70 Projekten auf ehemaligen Bergbauarealen einer der größten Entwickler von industriell vorgenutzten Flächen in Deutschland. 90 Mio. Euro hat das Unternehmen 2018 allein in NRW – und dort überwiegend im Ruhrgebiet – in Revitalisierung ehemaliger Bergbaustandorte investiert – aus eigenen Mitteln und aus Mitteln des Mutterkonzerns RAG. In wenigen Jahren die ersten Ansiedlungen

Neben gate.ruhr in Marl gibt es weitere Projekte im Kreis RE, die bald schon Arbeitsplätze versprechen: Auf dem Schachtstandort Wulfen 1/2 in Dorsten („Industriepark Große Heide“, 32 Hektar) sollen ab 2022 Ansiedlungen möglich sein. 300 Jobs sind das Ziel. Das ebenfalls 32 Hektar große Gelände des Bergwerks Westerholt auf der Stadtgrenze Herten/Gelsenkirchen könnte nach Einschätzung von Werner Scholz, Leiter des Geschäftsbereichs Entwicklung, ab 2024 vermarktet werden. Gewerbe, Wohnen und Freizeitnutzung sollen hier für 500 Arbeitsplätze sorgen. Als Beispiele für gelungene Entwicklungen im Vest gelten der „Zukunftsstandort Ewald“ in Herten, das „Calluna Quartier“ (früher Ewald Fortsetzung) in Oer-Erkenschwick, Fürst Leopold in Dorsten sowie Schlägel & Eisen in Herten-Langenbochum.

Mittlerweile steht fest: Die Essener Fakt AG will auf der Halde des früheren Bergwerks Haard in Oer-Erkenschwick zwei Gewächshäuser bauen.

Rubriklistenbild: © Archiv

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