Planungswettbewerb-Sieger

So könnte die Nordseite des Hauptbahnhofs in Zukunft aussehen

DORTMUND - Grüne Rampen, neue Gebäude, historische Mauern: Mit gleich drei Sieger-Entwürfen ist der Planungswettbewerb der Stadt zur Gestaltung der Nordseite des Dortmunder Hauptbahnhofs zu Ende gegangen. Aber alle drei liefern spannende, zum Teil auch spektakuläre Vorschläge. Wir zeigen sie.

Wer sich vom Planungswettbewerb erhofft hatte, zu erfahren, wie die Nordseite des Bahnhofs in gut zehn Jahren aussehen könnte, sieht sich getäuscht. Denn die drei Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs machen dazu sehr unterschiedliche Vorschläge.

Allen gemein ist, dass sie die Nordstadt im Westen - zwischen Union- und Brinkhoffstraße - mit neuen Wohnblöcken in Richtung Bahngleise verlängern wollen. Rund um den Bahnhof selbst und am Burgtor könnten Büros und Hotels entstehen.

Besonders im Blickpunkt stehen natürlich die Gestaltung des nördlichen Bahnhofsvorplatzes und die Integration des Busbahnhofs, der nach dem Willen der Stadt von der Steinstraße auf die höhergelegene Ebene des früheren Güterbahnhofs im Norden der Gleise wandern soll.

Begrünter Keil auf dem Bahnhofsvorplatz

Den spektakulärsten Vorschlag dafür macht das Büro Raumwerk aus Frankfurt. Er sieht eine begrünte Rampe vor, die sich wie ein Keil auf dem Bahnhofsvorplatz in die Höhe schwingt und dort in einen neuen Park mündet. Der schlägt einen Bogen bis zum Blücherpark im Westen - und nimmt damit einen zentralen Wunsch aus einer Bürgerwerkstatt im Oktober 2016 auf.

Der Busbahnhof wird in dem Entwurf auf eine Zwischenebene zwischen Straße und Bahndamm gelegt und mit einer neuen gläsernen Bahnhofshalle verbunden. So entstünde "eine Visitenkarte von hoher Qualität" für die Nordstadt, stellte der Vorsitzende der Wettbewerbs-Jury Prof. Peter Zlonicky fest.

Freier Platz gegen mehrere neue Gebäude zwischen Cinestar und Hauptpost

Ein Kopfgebäude an der Nordseite des Bahnhofs, das Straßen- und neue Busbahnhofsebene auf dem Bahndamm verbindet, schlägt auch der Entwurf des Büros Trojan+Trojan aus Darmstadt vor. Er lässt sonst den Bahnhofsvorplatz in seiner Größe weitgehend unangetastet.

Ganz im Gegensatz zum dritten Siegerentwurf vom Büro bk Kleinekort aus Düsseldorf, das gleich mehrere neue Gebäude auf das Areal zwischen Hauptpost und Cinestar setzt - auch ein Kopfgebäude für den Nordeingang des Hauptbahnhofs.

Die perfekte Lösung gibt es nicht

Alle drei Entwürfe zusammen bieten eine große Auswahl an Ideen, erklärte Zloniky. "Jeder Entwurf hat eigene Highlights. Die perfekte Lösung gibt es in diesem schwierigen Umfeld nicht", begründete Ingrid Reuter als Vorsitzende des Ausschusses für Stadtgestaltung die Auswahl von gleich drei Siegerentwürfen.

Am Ende kann es aber nur eine Lösung geben. Deshalb geht das Planverfahren weiter. Die Sieger-Büros sollen ihre Entwürfe überarbeiten, im Sommer 2018 kann der Rat eine Entscheidung treffen, die dann Grundlage für einen Rahmenplan und Bebauungspläne sein soll. 2020 könnte dann noch einmal ein eigener Wettbewerb für die Gestaltung des nördlichen Bahnhofsvorplatzes stattfinden, kündigte Planungsdezernent Ludger Wilde an.

Bürger sollen mitreden

Auch die Bürger sollen dabei weiter mitreden. Ab dem 18. Januar sollen alle zwölf eingereichten Entwürfe des Wettbewerbs ausgestellt werden. Wo, ist noch unklar.

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