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Auf der PoliTour tourten Polizisten und Biker auf Augenhöhe durch das Vest.

"PoliTour" verbindet Biker und Polizei

Damit Motorradunfälle gar nicht erst passieren

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Kreis RE - Das Thema ist ernst, der Umgangston locker, die Stimmung gut: Rund 120 Biker und Beamte machen bei der „PoliTour 2018“ mit.

Die Motorradfahrer stöhnen erschrocken auf, als sie das Video sehen: Es zeigt, wie ein Biker bei einem Überholversuch an einem Auto „hängenbleibt“, die Kontrolle über seine Maschine verliert – und mit hoher Geschwindigkeit von der Straße rauscht. Es sind schlimme Bilder, die der Verkehrssicherheitsberater Michael Verleger in der Recklinghäuser Polizeiunterkunft den Teilnehmern der „PoliTour“ präsentiert. So will der Polizeibeamte auf typische Gefahren aufmerksam machen – und den Bikern Möglichkeiten aufzeigen, wie man sich in entsprechenden Situationen verhalten kann. Damit er die Familien der hier versammelten Motorradfahrer niemals kennenlernen muss. Zumindest nicht beruflich. Denn der 58-Jährige ist verkehrlicher Opferschützer – und überbringt als solcher auch Todesnachrichten. Die Themen sind also durchaus ernst bei der „PoliTour“ an diesem Sonntag – der Stimmung unter den Teilnehmern schadet das nicht. „Es macht Spaß, wir haben ja auch super Wetter“, sagt etwa Roland Krabbe (63) aus Recklinghausen. Seit drei Jahren lädt die Polizei Recklinghausen zu einer gemeinsamen Ausfahrt mit Bikern ein. Die Aktion soll der Sicherheit von Motorradfahrern dienen. „Wir wollen dazu beitragen, dass Unfälle gar nicht erst passieren“, sagt Hauptkommissar Udo Grimmelt. Denn der Spruch ist so alt wie wahr: Motorradfahrer haben keine Knautschzone – und sind auch deshalb besonderen Risiken ausgesetzt.

Fünf von uniformierten Bikern angeführte Gruppen steuern an diesem Tag auf einer 150 Kilometer langen Tour Stationen in Borken, Coesfeld, Recklinghausen und Haltern an. Dort frischen sie Erste-Hilfe-Kenntnisse auf, sprechen mit einem Unfall-Opfer, üben das Bremsen und Ausweichen.Am Nachmittag kommen insgesamt 120 „PoliTour“ Teilnehmer am ADAC-Verkehrsübungsplatz in Recklinghausen an. Dort schaut man sich eine Sequenz aus dem Fahrsicherheitstraining an, einen Schleiftest – und trinkt, isst, plaudert.

„Das ist hier eine rundum gelungene Geschichte, tolle Themenmischung, prima Streckenführung“, resümiert Timo Ulbrich, der mit seinem Sohn Bastian (14) aus Lünen angereist ist. Auch der lockere Umgang mit den Beamten gefällt ihm: „Das geht eher freundschaftlich zu, trotzdem ist Struktur drin.“

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