Polizei findet gestohlenes Tier

Obdachloser Egon und Hündin Hanni sind wieder vereint

APLERBECK - Egons Schreck saß tief. Am Dienstagmittag ist die Mischlingshündin Hanni des weithin bekannten Aplerbecker Bodo-Verkäufers gestohlen worden. Zwei Tage später gibt es gute Neuigkeiten: Egon und Hanni sind glücklich wieder vereint. Eine 58-jährige Frau bekommt dafür nun richtig Ärger von der Polizei.

Aktualisierung 19 Uhr: Polizei fand Hund in Hörder Wohnung

Polizisten brachten Hanni wohlbehalten zu ihrem "überglücklichen" Herrchen zurück. Gefunden hatten sie die Hündin in der Wohnung einer 58-jährigen Frau in Hörde. "Vorangegangen war ein Zeugenhinweis, der die Beamten auf Hannis Spur gebracht hatte", so die Polizei in einer Pressemitteilung.

Die Ermittlungen zu dem Diebstahl dauern an.

Aktualisierung 17.32 Uhr: Polizei bestätigt Hannis Rückkehr

Die Polizei und die Bodo-Redaktion bestätigen am späten Dienstagnachmittag, dass Hanni wieder bei Egon ist. So findet die traurige Geschichte ein glückliches Ende und Egon kann wieder strahlen.

Die genauen Umstände der Wiedervereinigung sind noch nicht bekannt.

Der ursprüngliche Bericht, 13.08 Uhr:

Geknickt sitzt Bodo-Verkäufer Egon beim Bäcker im Rewe Rötten. Hier saß er auch am Dienstag, nichts ahnend. "Eine Kundin kam rein und fragte, wo denn meine Kleine sei. Ich meinte nur ?draußen, wie immer'", erzählt Egon. Doch Hanni war nicht mehr da. Statt ihr liegt nun ein Suchzettel neben ihm.

Egon und seine kleine, wuschelige Hündin sind bekannt und beliebt. Wer im Rewe im Rodenberg-Center einkaufen geht, läuft unweigerlich an den beiden vorbei. Seit sieben Jahren verkauft der Obdachlose dort das Straßenmagazin Bodo, Hanni immer an seiner Seite. "Alle lieben Hanni, sie wollte von jedem geschmust werden", sagt Egon mit feuchten Augen.

Herrchen selbst erwählt

Und Hanni liebt Egon. Vor siebeneinhalb Jahren passte er auf die Hündin eines Freundes auf. "Aus einem Tag wurden zwei, dann drei und als er sie wieder bei mir abholen wollte, hat sie ihn gebissen", erzählt Egon. So kam Hanni zu ihm. "Sie wollte nur noch bei mir bleiben." Ein Lächeln huscht über sein Gesicht.

Doch nun wurden die beiden getrennt. Am Dienstagmittag trank Egon einen Kaffee beim Bäcker im Rewe. Hanni war, wie immer, draußen angeleint. Auf einem Überwachungsvideo, das die Polizei derzeit auswertet, ist eine unbekannte Person zu sehen, die Hanni mitnimmt. "Wer macht denn so etwas?", fragt Egons gute Freundin Sabine Weber, die ihm beisteht.

Immer wieder kommen Rewe-Kunden auf Egon zu und erkundigen sich nach seiner Hündin. Und immer wieder schüttelt er traurig mit dem Kopf. Wer seine Hanni einfach mitgenommen haben könnte, weiß er nicht. Kleinere Pöbeleien habe es hier und da gegeben, aber keine Anfeindungen. Angst, Hanni kurz draußen allein zu lassen, hatte er nie.

Die Nachricht, dass Hanni gestohlen wurde, verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Kunden und Freunde teilten die Meldung vielfach bei Facebook und halfen Egon, Suchzettel zu erstellen und zu verteilen. Auch auf mehreren lokalen Facebook-Gruppen wird Egons Fall diskutiert und Hilfe für ihn organisiert. Nun klingelt sein Telefon alle paar Minuten. "Viele Menschen wollen helfen oder darüber berichten", erzählt Sabine Weber.

Klein, aber oho

Nicht nur bei ihrer Herrchen-Wahl war Hanni sehr bestimmt, auch sonst hat sie es faustdick hinter den Ohren. "Sie sieht so lieb aus und das ist sie auch. Trotzdem: Klein, aber oho", sagt Egon. Er vermisst seine quirlige Hündin schmerzlich.

Unmittelbar nach dem Diebstahl gab Egon eine Anzeige bei der Polizei auf. "Am besten sollte die Person die Kleine einfach wieder draußen anleinen", sagt Sabine Weber. "Sie hat bei Egon alles, was sie braucht. Und vor allem: Liebe."

Erste Ermittlungsergebnisse

Laut einer aktuellen Polizeimeldung gibt es Hinweise auf eine weibliche Tatverdächtige. Außerdem hat die Polizei Hannis Chipnummer herausgegeben: 276094100139815. Das Fell der Mischlingshündin ist grau mit weißen Strähnen. Hannis Geschirr und Leine sind mit ihr gestohlen worden.

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