Polizei zum 1. Mai in Haltern: "Aggressive Stimmung"

14 Anzeigen und 21 Rettungseinsätze bei 2000 Menschen

HALTERN - Unterschiedlicher können die Wahrnehmungen kaum sein: Rund 2000 junge Leute haben am 1. Mai (Dienstag) rund um den Stausee gefeiert. Die Polizei spricht von einer "ziemlich gereizten Stimmung", unser Redakteur sah ein friedliches Fest mit ganz wenigen Ausnahmen.

Die Polizei schätzt die Feiermasse auf rund 2000 Menschen, "es war schon einiges los", sagt Sprecher Michael Franz am Tag danach. 14 Anzeigen haben die Beamten geschrieben, sieben davon wegen Körperverletzung, zwei wegen Widerstands. Unter den anderen Delikten seien Beleidigungen, Sachbeschädigung und Diebstahl gewesen.

22 Platzverweise wurden ausgesprochen, viermal wurde dem nicht nachgekommen, sodass die Personen in Gewahrsam genommen wurden. "An einem Polizeifahrzeug wurde im Westuferpark ein Spiegel abgetreten", berichtet Franz. Es sei generell nichts wirklich Schlimmes passiert, "aber mit dieser aggressiven Grundstimmung hat keiner gerechnet", so der Polizeisprecher.

Hier finden Sie unseren Live-Ticker vom 1. Mai:

Die Halterner Rettungswache verzeichnete 21 Krankenhaus-Fahrten in Zusammenhang mit der Maifeier, berichtet Stadtsprecher Georg Bockey. Das seien mehr als im vergangenen Jahr, da waren aber auch wegen schlechteren Wetters deutlich weniger Menschen am See unterwegs. Betrunkene wurden behandelt, außerdem kümmerten sich die Sanitäter um Sturzverletzungen und Schnittwunden. Zwei 13-Jährige seien alkoholisiert ins Krankenhaus gebracht worden, so Bockey.

"Um 22 Uhr wurde die Musik ausgeschaltet, gegen 23 Uhr war Schicht im Schacht", sagt der Verwaltungssprecher: "Damit sind wir sehr zufrieden." So bestätigen es auch Polizei und Anwohner des Westuferparks. Ebenfalls positiv war für das Ordnungsamt, wie viele der Maigänger Warnwesten trugen und auf den Straßenverkehr Rücksicht nahmen. "Viele waren nüchtern, vernünftig und veranwortungsvoll", so Bockey.

Am Mittwochmorgen waren die städtischen Mitarbeiter noch damit beschäftigt, jede Menge Müll rund um den Stausee einzusammeln. Einige Pfandsammler, die am Feiertag unterwegs waren, haben ihnen aber schon einen Teil der Arbeit abgenommen.

Kommentar unseres Redakteurs Kevin Kindel:

Die Polizei spricht von einer "aggressiven Grundstimmung" - die habe ich als nüchterner Reporter in keiner Weise wahrgenommen. Meine persönliche Beobachtung: Rund 2000 Leute waren rund um den See unterwegs und haben jede Menge gute Stimmung verbreitet. Polizei und Sicherheitsfirma waren zwar häufig im Gespräch mit Besuchern zu sehen - das wirkte aber alles ausgesprochen friedlich.

Wenige schwarze Schafe sollten nicht den positiven Gesamteindruck trüben. Die Organisatoren der großen Partywagen standen ständig im Dialog mit den Behörden und veränderten ihre Routen, wenn das gewünscht war. Aber die Partygäste müssen doch noch lernen, ihren Müll ordnungsgemäß zu entsorgen.

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