Polizei sucht Zeugen

Jäger trauert um seine erschossene Hirschkuh

Westrich - Eine erschossene Hirschkuh in einem Wildgehege an der Westricher Dorfstraße in Dortmund-Westrich gibt Rätsel auf. Der Besitzer entdeckte das tote Tier am vergangenen Freitagmorgen. Vom Täter fehlt jede Spur. Nun sucht die Dortmunder Polizei nach Zeugen der grausamen Tat.

Der vergangene Freitag war für Siegfried Leineweber der schwärzeste Tag in seinem Leben. "So etwas Schlimmes habe ich noch nie erlebt", sagt der 77-Jährige. Er spricht von einer seiner Hirschkühe, die ein Unbekannter in seinem Wildgehege an der Westricher Dorfstraße mit einem Bauchschuss getötet hat - und dann dort liegen ließ.

Auch am Mittwoch, fünf Tage nach der schrecklichen Entdeckung, steht Siegfried Leineweber noch neben sich. Fassungslosigkeit ist in seinem Gesicht zu lesen. "Wer macht denn so etwas?", murmelt er kopfschüttelnd. Traurig blickt der passionierte Jäger durch das Wohnzimmerfenster. Von hier aus sieht man das umzäunte Gehege und den Unterstand, in dem sich die kleine Herde, ein Hirsch und sechs Hirschkühe, gerade vor dem Regen schützt. "Seit 22 Jahren halte ich hier das Damwild, und noch nie ist etwas passiert."

Herde hat sich um tote Hischkuh versammelt

Die Tiere seien seit dem Vorfall äußerst nervös und ängstlich, erzählt Siegfried Leineweber. Kein Wunder, schließlich haben sie die Erschießung ihres Herdenmitglieds aus nächster Nähe miterleben müssen. "Sie hatten sich alle um die getötete Kuh versammelt", erinnert sich Siegfried Leineweber.

Er selbst sei an diesem Freitagmorgen um 4.30 Uhr aufgestanden. Wie immer. Denn lange schlafen kann der Senior nicht. Er pflegt seine schwer erkrankte Frau rund um die Uhr. Die Nächte sind unruhig. Leinewebers erster Blick gilt, sobald es hell ist, stets seinem Damwild. Auch das ist an diesem Morgen nicht anders.

Leineweber: Der Täter hat einen Schalldämpfer benutzt."

Es muss gegen 8.30 Uhr sein, als er das getötete Tier entdeckt. Der anschließende Blick durchs Fernglas bestätigt seine Befürchtung. "Ich habe mich schnell angezogen und bin hochgefegt", erzählt Siegfried Leineweber. Er ist sich sicher: "Der Täter hat einen Schalldämpfer benutzt." Als Jäger, sagt Leineweber, habe er ein feines Ohr, den Schuss hätte er sonst ganz sicher gehört.

Der 77-Jährige fährt sofort zur Wache nach Lütgendortmund und erstattet Anzeige gegen Unbekannt. Anschließend nimmt er Kontakt zu einem befreundeten Jäger auf. Der besitzt ein Wärmemessgerät, mit der er den ungefähren Todeszeitpunkt ermitteln kann. "Er hat festgestellt, dass der Schuss zwischen 6 und 7 Uhr abgegeben wurde", berichtet der Hirsch-Besitzer.

Seit dem Vorfall sei er wachsamer als sonst, sagt Siegfried Leineweber. Häufiger schaue er vom Balkon rüber zum Gehege, das er am Abend mit Scheinwerfern ausleuchtet. Auch die Zahl seiner Kontrollgänge habe er erhöht. "Der Schock sitzt tief. Das alles ist mir sehr nah gegangen."

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