Positive Bilanz der Polizei

Videoüberwachung an der Brückstraße wird verlängert

DORTMUND - Die Polizei will die Videoüberwachung an der Brückstraße um ein Jahr verlängern. Durch die Kameras - so schreibt die Polizei - seien die Straftaten in dem Bereich um fast 50 Prozent gesenkt worden. Auch eine Ausweitung in andere Stadtteile ist in der Diskussion.

Im Zeitraum Januar bis Oktober sei die "schwere Gewaltkriminalität" in dem überwachten Bereich - Brückstraße, Platz von Leeds und ein Teil der Straße Helle - "deutlich gesenkt" worden, schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung. Die Fälle der schweren Körperverletzung seien um 43 Prozent, Raub und räuberische Erpressung um "fast die Hälfte" zurück gegangen.

2016 gab es 21 Fälle von Körperverletzung, 2017 waren es noch zwölf, geraubt wurde 2016 neun Mal, und 2017 noch fünf Mal. Acht Straftaten habe die Polizei durch die Videoüberwachung aufklären könne, darunter der Diebstahl eines Mobiltelefons und eine gefährliche Körperverletzung, bei der ein Mensch einem anderen eine Glasflasche auf dem Kopf zerschlug.

Genereller Rückgang der Straftaten

Mit stadtweit 57,3 Prozent ist die Aufklärungsquote der Polizei in den ersten neun Monaten 2017 generell gestiegen - der höchste Wert seit fünf Jahren. Die Straftaten gingen im gleichen Zeitraum insgesamt um knapp 13 Prozent zurück, in absoluten Zahlen von über 58.000 auf knapp 51.000.

Keine zehn aufgeklärten Fälle in der Brückstraße in diesem Kontext wirken wenig. Fünf Kameras, die 16 Stunden pro Woche eingeschaltet sind, erhöhte Präsenz vor Ort - lohnt sich dieser Aufwand? "Auf jeden Fall", sagt Polizei-Pressesprecher Gunnar Wortmann. "Gott sei Dank haben wir den Kriminalitätsrückgang in der ganzen Stadt. Aber an der Brückstraße sind wir uns ziemlich sicher, dass es an der Videoüberwachung liegt" - auch wenn die Videoüberwachung sei nur ein Teil des Sicherheitskonzeptes der Polizei für die Innenstadt sei.

Man vermute, dass potenzielle Täter durch die Kameras abgeschreckt würden. "Außerdem befürchten wir in der Brückstraße keinen Verdrängungseffekt." Denn die Gastronomien, Kneipen und Diskotheken und die vielen Besucher von außerhalb zögen potenzielle Straftäter an, und das habe sich nicht geändert.

Polizei möchte Videoüberwachung auf weitere Stadtteile ausbauen

Acht Fälle, das klinge unter Umständen tatsächlich wenig, sagt Wortmann, "aber man muss auch sehen, dass einige der Fälle ohne die Videos wohl nie hätten aufgeklärt werden können." Das Ziel sei außerdem gewesen, vor allem die schwere Kriminalität wie zum Beispiel schwere und gefährliche Körperverletzung und Raubüberfälle einzudämmen, und das sei gelungen. Es gehe also mehr um Qualität statt um Quantität? "Ja, kann man so sagen", sagt Wortmann. "Jeden Diebstahl aufklären können wir nicht. Wäre die schwere Kriminalität in dem Bereich im Gegensatz angestiegen, hätten wir etwas falsch gemacht."

Weil die Überwachung so gut funktioniere, möchte die Polizei das Konzept auf weitere Stadtteile ausweiten. Dafür wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die geeignete Bereiche dafür auswählen soll. Die Überwachung in der Brückstraße wird ein weiteres Jahr lang fortgesetzt.

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