Positive Entwicklung

Schalke-Spieler Nabil Bentaleb findet seine Rolle

Gelsenkirchen - Mit etwas Glück könnte für Schalke in der Champions League schon vor der eigenen Partie beim FC Porto alles erledigt sein. Wenn nicht, könnte Nabil Bentaleb für Impulse sorgen.

Sollte nämlich Galatasaray Istanbul in der Mittwoch-Partie zuvor (ab 18.55 Uhr) nicht gegen Lokomotive Moskau gewinnen, hätten die Königsblauen (ab 21 Uhr/DAZN) schon vor dem Anpfiff in Porto das Achtelfinale der Königsklasse erreicht.

„Das würde aber nichts ändern. Wir sind Schalke, wir wollen jedes Spiel gewinnen. Und wir wollen auf jeden Fall in die nächste Runde“, sagte Trainer Domenico Tedesco. Das jüngste 5:2 gegen den 1. FC Nürnberg hat für eine Aufhellung am zuletzt doch eher trüben Himmel der Schalker gesorgt.

Doch auch wenn der Erfolg gegen die befreundeten Franken vor allem dem Selbstwertgefühl der Beteiligten gutgetan hat, so sei es nicht allein dieses eine, hohe Ergebnis, das für gute Stimmung sorgt, wie alle Beteiligten beteuern. „Wir sind natürlich froh über die fünf Tore. Aber wir reflektieren jedes unserer Spiele. Vorher war auch nicht alles schlecht. Und jetzt ist nicht alles gut“, betonte Tedesco.

Bentaleb fühlt sich auf offensiveren Position wohler

Einer derjenigen, der gegen den „Club“ eine deutlich verbesserte Leistung als noch in den vergangenen Wochen gezeigt hatte, ist Nabil Bentaleb. Auch der Schalker Mittelfeldspieler sieht – wie sein Coach – eine bereits anhaltende positive Entwicklung des Teams. „Wir sind schon länger auf einem besseren Weg, dazu hätte es die fünf Tore nicht unbedingt gebraucht“, sagte Bentaleb. Aber vor allem seine veränderte Positionierung auf dem Feld scheint dem Spieler und damit auch der gesamten Mannschaft einen Schub zu geben.

Auf der offensiveren Position Acht fühlt sich Bentaleb deutlich wohler als auf der defensiveren Position Sechs als erster Abfangjäger vor der Abwehr. „Wir hatten viele Gespräche mit dem Coach. Wenn ich spiele wie gegen Nürnberg, dann bin ich glücklich. Aber ich spiele da, wo ich gebraucht werde“, sagt der 24-Jährige ausdrücklich. Die Offensive, das Erzielen von Toren, sind Eigenschaften, die Bentaleb bevorzugt. „Ich bin noch jung, ich muss noch lernen. Aber wenn ich der Mannschaft helfen kann mit mehr meiner Dribblings und Alleingängen, dann werde ich das machen“, so der Algerier.

Es scheint, als finde Nabil Bentaleb nun so langsam seine Rolle bei den Schalkern und erfüllt zunehmend das Versprechen, das seine fußballerischen Fähigkeiten beinhalten. Denn auch an ihm hatte es Kritik gegeben. Bentaleb wirkte lange gehemmt, schien nicht so recht die Balance zwischen dem Einsatz seiner spielerischen Möglichkeiten und der kämpferischen Komponente, die auf der defensiveren Position zwingend eingebracht werden muss, zu finden.

Er wirkte mehrfach wie ein Spieler, der auf der Suche nach seiner eigenen Identität ist. Und es schien, als würde er keine tragende Rolle in der Mannschaft der Königsblauen einnehmen können. Offenbar scheinen Trainer und Spieler nun aber eine Abmachung getroffen zu haben, die für alle Seiten von Vorteil ist.

Auch Tedesco scheint immer mehr davon überzeugt zu sein, dass die offensivere Rolle besser zu Bentaleb passt. „Er ist ein begnadeter Fußballer, der Sachen drauf hat, die man selten sieht. Mir gefällt er in der letzten Zeit ein bisschen besser auf der Acht“, sagt der Coach. Worte, die Bentaleb besonders gut gefallen dürften. Bisher läuft es für Königsblau in der Königsklasse gut. Zwei Siege, zwei Remis, Platz zwei mit vier Punkten Vorsprung in der Gruppe D – heute soll der nächste Schritt Richtung Achtelfinale gelingen.

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