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Beim Osterfeuer 2014 in Menglinghausen war auch Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau dabei.

Posse um Umweltamt

Warum eines von Dortmunds größten Osterfeuern ausfallen könnte

DORTMUND - Das Osterfeuer im Mini-Stadtteil Menglinghausen ist traditionell eines der größten Dortmunds - doch dieses Jahr steht es auf der Kippe. Das städtische Umweltamt wollte es in der bisherigen Größe nicht zulassen - bis seine eigene Argumentation ins Wanken geriet. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Posse.

Worum geht's eigentlich?

Seit fast 20 Jahren organisiert Olaf Radtke, SPD-Ratsmitglied und bis vor wenigen Tagen ebenso lange Ortsvereinsvorsitzender in Menglinghausen, ein Osterfeuer in seinem Sprengel. Bis zu 900 Besucher haben sich daran erwärmt. Im letzten Jahr hielt sogar Oberbürgermeister Ullrich Sierau eine Fackel zum Anzünden mit in den großen Holzhaufen.

Welches Problem hat das Umweltamt damit?

Schon bei der Planung im letzten Jahr, schrieb das Umweltamt im Dezember Radtke, hätten fehlende Sicherheitsabstände zu Bäumen, Hecken und Büschen kein Osterfeuer erlaubt. Weil Radtke aber damals mit den Vorbereitungen schon weit fortgeschritten war, sei man ihm entgegengekommen und habe ein „kleines Lagerfeuer“ erlaubt, so das Amt.

Doch bei Kontrollen habe sich gezeigt, „dass es Unstimmigkeiten hinsichtlich der Größe des erlaubten Lagerfeuers gab“. Deshalb dürfe dort in Zukunft weder ein Osterfeuer noch ein Lagerfeuer abgebrannt werden. Es sei denn, im Feuerkorb.

Und damit ist das Osterfeuer jetzt gestorben?

Noch nicht. Olaf Radtke, von Beruf Verwaltungsjurist, wehrte sich gegen den Brief. Zum einen hält er die städtische Osterfeuerverordnung für fehlerhaft und zum anderen das Schreiben des Umweltamts für rechtswidrig, weil es keine Angaben zur Beschwerdemöglichkeit macht. Und dann ist da noch die Sache mit der freiwilligen Feuerwehr. Die freiwillige Feuerwehr Persebeck stand – wie jedes Jahr – Schlauch bei Fuß neben dem Menglinghauser Osterfeuer. Und das ist Sicherheit genug.

Zumindest Letzteres musste das Umweltamt akzeptieren und erlaubte das Feuer nun doch.

Radtke hat den Verdacht, dass „Sicherheitsgründe vorgeschoben werden, um die Feuer aus ökologischen Gründen zu verbieten“. „Nein“, sagt Stadtsprecher Frank Bußmann und verweist auf Vorgaben des Landes zu den Sicherheitsauflagen.

Also findet das Osterfeuer in Menglinghausen doch statt?

Mal sehen, noch ist es nicht gesichert. Nach der korrigierten Genehmigung wird Radtke jetzt die Zeit knapp; denn das Osterfeuer ist nicht nur ein Osterfeuer, sondern ein Dorffest mit Kindertheater, Kaninchen als „Osterhasen“, mit Getränke-Ausschank, Ersthelfern und Dienstübungen der freiwilligen Feuerwehr.

Radtke: „Ich weiß nicht, ob wir das noch schaffen.“

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