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Arbeits- und Gesundheitsförderung hängen zusammen: Das wissen Patrick Arntzen, Klaudia Vogler, Herbert Rusch, Holger Russ (v.v.l.) sowie Nicole Tomas, Ksenia Reis und Carsten Taschner (h.v.l.).

Präventionsangebote

Hartz-IV-Bezieher können kostenlos etwas für ihre Gesundheit tun

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Kreis RE - Bewegung, Ernährung, Stress-Management: Mit Themen wie diesen beschäftigen sich Workshops, die das Jobcenter Kreis Recklinghausen und die Krankenkassengemeinschaft all jenen Arbeitslosen anbieten, die Leistungen aus der Grundsicherung erhalten (Hartz IV).

"Gesunde Ernährung und Gewichtsmanagement“, „Umgang mit Stress im Bewerbungsverfahren“ oder „Gesundheit durch Bewegung und Aktivität“: Mit Themen wie diesen beschäftigen sich Workshops, die das Jobcenter Kreis Recklinghausen und die Krankenkassengemeinschaft all jenen Arbeitslosen anbieten, die Leistungen aus der Grundsicherung erhalten (Hartz IV). Die Teilnahme ist kostenlos, freiwillig – und aus Sicht des Jobcenters eine gute Möglichkeit, die Arbeitsmarktchancen zu verbessern.

„Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in der kommunalen Lebenswelt“: So lautet denn auch der Titel des Modellprojekts, in dessen Rahmen die Workshops angeboten werden. „Bis Ende dieses Jahres werden sich bundesweit 200 Jobcenter und Arbeitsagenturen an diesem Projekt beteiligen“, sagt Holger Russ (GKV-Arbeitsgemeinschaft). Rein rechnerisch erhalte jeder dieser Teilnehmer pro Jahr 50.000 Euro. Das bedeute: Die Krankenkassengemeinschaft, für die Russ spricht, stelle für 2020, 2021 und 2022 insgesamt 30 Millionen Euro zur Verfügung: „Das ist schon relativ viel Geld.“

Aber es sei gut angelegt, wie auch Carsten Taschner findet. Denn: „Ein Großteil der von uns betreuten Menschen ist von gesundheitlichen Problemen betroffen“, so der Ressortleiter des Jobcenters. Einerseits könnten gesundheitliche Beeinträchtigungen Arbeitslosigkeit verursachen – andererseits eine lang anhaltende, erfolglose Arbeitssuche auch krank machen. Alleine schon deshalb, weil sich Langzeitarbeitslose oft zurückzögen, isolierten.

Über die Angebote des Modellprojektes sollen die Hartz-IV-Bezieher nun wieder mehr Kontakte zu anderen Menschen knüpfen und darüber hinaus ganz konkret etwas für ihre Gesundheit und ihr Selbstbewusstsein tun. „Die Teilnehmer werden gestärkt aus der Sache herausgehen, sich besser fühlen – und so auch leichter den Weg in die Arbeit schaffen“, denkt der Pressesprecher des Jobcenters, Thomas König.

Dabei sollen die Workshops auch Appetit auf mehr machen. „Wir haben die Möglichkeit, Interessierten anschließend ganz gezielt weitere Präventionsangebote im Bereich Bewegung, Ernährung oder Stressmanagement zu machen“, sagt Nicole Tomas. Und auch die Teilnahme an diesen Kursen, Seminaren oder Trainings sei kostenlos.

So geht’s entspannt ins Vorstellungsgespräch

Tomas ist Geschäftsführerin von „Kinetic+“. Der Dienstleister aus dem Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements mischt bei dem Projekt als Kooperationspartner von Jobcenter und Krankenkassengemeinschaft mit – wie auch das Recklinghäuser Fitness- und Gesundheitszentrum „City Fitness“, das nie nur „Mucki-Bude“ sein wollte, wie Geschäftsführer Herbert Rusch betont: „Uns geht es darum, Gesundheit, Fitness, Prävention und Rehabilitation zu verbinden.“

Das Jobcenter Kreis Recklinghausen macht bereits seit Sommer 2018 bei dem Modellprojekt mit. Bisher sei die Resonanz aber überschaubar gewesen, so König. Offenbar gibt es Hemmschwellen. Auch deshalb qualifiziert das Jobcenter nun aus eigenem Budget 100 seiner Mitarbeiter weiter, damit diese ihre Kunden sensibel auf das Angebot und die Förderung hinweisen – „und sie so zur Teilnahme an den Workshops und Präventionsmaßnahmen motivieren“, wie Projektkoordinatorin Ksenia Reis sagt.

Fünf Info-Veranstaltungen

Arbeitslosengeld-II-Bezieher, die sich für die Workshops interessieren, können völlig unverbindlich zu einer der fünf Informations-Veranstaltungen kommen. Diese finden an den Jobakademie-Standorten des Jobcenters Kreis Recklinghausen statt: -Standort Datteln, Neumarkt 7/Lutherplatz 1, 45711 Datteln, ( 0 23 63 / 56 77 90. Info-Veranstaltung am Dienstag, 18. Juni, von 11 bis 12 Uhr und von 12 bis 13 Uhr. -Standort Dorsten, Marienstraße 18, 46282 Dorsten, ( 0 23 62 / 99 87 50. Info-Veranstaltung am Dienstag, 18. Juni, von 9 bis 10 Uhr. -Standort Recklinghausen, Herner Straße 1, 45657 Recklinghausen, ( 0 23 61 / 90 80 90. Info-Veranstaltungen am Dienstag, 18. Juni, von 9 bis 10 Uhr und von 10 bis 11 Uhr. -Die kostenlosen Workshops können aber auch einfach so und und ohne Anmeldung von Jobcenter-Kunden besucht werden.

Dort könnten sie dann auch Klaudia Vogler kennenlernen. Die Trainerin will einerseits zeigen, wie man mit akutem Stress umgehen kann – und durch Atem- und Körperentspannungstechniken oder positiveres Denken ruhiger in eine Situation wie ein Vorstellungsgespräch geht. Und andererseits, wie man grundsätzlich widerstandsfähiger wird – und aus stressenden Herausforderungen positive Energie zieht. „Individuelle Stresskompetenz kann ich aber nicht in einem einmaligen Workshop vermitteln“, sagt Vogler. „Da wäre es schon schön, wenn die Teilnehmer sich auf etwas Längerfristiges einließen.“

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