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Jan Erdmann (Quartiersmanagement Castrop-Rauxel, v.l.), Fachdienstleiterin Christiane Wendt), Digi-Quartier-Projektleiter Ringo Schoepke und Stephan Seiffert (Stiftung Digitale Chancen) stellten die Kooperation vor.

Projekt DigiQuartier

Ältere Menschen sollen an Zukunftstechniken herangeführt werden

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Kreis RE - Damit auch Ältere mit App, Navi und Smartphone zurechtkommen: Die Stiftung Digitale Chancen unterstützt das Programm DigiQuartier des Kreis Recklinghausens.

Digitaler Fortschritt? Muss dingend her, ist aus der modernen Welt nicht mehr wegzudenken. In der Theorie sind Forderungen und Ansprüche fix formuliert, viel anspruchsvoller ist die Umsetzung in der Praxis. Das Thema hat enorm viele Facetten – eine gewichtige ist, ältere Menschen an Zukunftstechnologie heranzuführen, die nicht wie selbstverständlich mit Apps, Tablet und Smartphone großgeworden sind. Es geht um nicht weniger als die größte gesellschaftliche Gruppe – das Projekt DigiQuartier ist der Versuch des Kreises RE, darauf eine Antwort zu geben. Aktuell bekommt DigiQuartier Unterstützung von der gemeinnützigen Stiftung Digitale Chancen (Berlin/Bremen) und deren Partner Telefónica O2: Ohne Technik funktioniert Digitalisierung nun mal nicht.

Ganz konkret sieht die Kooperation so aus, dass die Stiftung 20 Tablets zur Verfügung stellt, die zum Beispiel „Digital-Helfern“ in Wohnquartieren vor Ort die Arbeit erleichtern. „Die Beschäftigung mit der Technik fördert das Jungbleiben. Das Schlimmste ist, sich nicht mehr für Neues zu interessieren“, sagt Stephan Seiffert von der Stiftung Digitale Chancen. Es sind zurzeit bereits drei Modell-Quartiere in Castrop-Rauxel (Habinghorst), Herten (Süd/Innenstadt) und Dorsten (Wulfen/Barkenberg) aufgebaut wo, wo Weiterbildungs- und Praxisveranstaltungen laufen. „Wir holen die Leute da ab, wo sie stehen“, sagt Jan Erdmann (Quartiersmanagement Castrop-Rauxel – DigiQuartier). Was manchmal auch deshalb gut funktioniert, weil man das gemeinsame digitale Tun ganz analog mit Kaffee und Kuchen flankiert.

„Digital mobil im Alter“

Die DigiQuartier-Kampagne des Kreises ist vor einem Jahr gestartet, Teil des Strategie-Programms „Umbau 21“ und läuft bis in dieses Jahr hinein. Angesiedelt ist es im Fachdienst Seniorenangelegenheiten des Kreises RE. Und das nicht von ungefähr, wie Fachdienstleiterin Christiane Wendt erläutert: „Unsere Zielrichtung heißt ,ambulant vor stationär.‘“ Heißt: Älter werdende Menschen in selbstbestimmter Lebensführung zu unterstützen. Dass Smartphone, App und Co. dabei höchst hilfreich sein können, steht für Projektleiter Ringo Schoepke außer Frage – ob es um digitale Info-Angebote von Bahn oder Nahverkehr geht, um Bestellungen beim Lebensmittel-Lieferservice. „Wir reden auch über Kontaktpflege, über Kunst und Kultur.“ Nur muss man dafür mit der neuen Technik klarkommen.

Sinn und Zweck der Kooperation: Bevor der Kreis RE selbst Technik ankauft, gibt es zum Testen Hardware von der Stiftung – und einen unter wissenschaftlicher Begleitung entwickelten Leitfaden mit Handreichungen und Empfehlungen: „Digital mobil im Alter“. Im Kern geht es um immer dieselbe Frage: Wie kann man ältere Menschen in die Digitalisierung mitnehmen, deren vielleicht technikaffine Kinder irgendwo wohnen, die sich nicht an Geräte herantrauen, die einfach Scheu vor dem Unbekannten haben?

Am Ende des Projekts sollen viele Menschen als Multiplikatoren angeworben sein, um ihr Wissen an andere weiterzugeben, damit Digitalisierung tatsächlich auch im alter eine Selbstverständlichkeit wird.

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