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Entwurzelt und wieder eingepflanzt: Ursula Ortwerth und Wichart von Roëll topfen mit Drittklässlern Traubenhyazinthen, Blumen der Hoffnung, um. Heute schreiben die Schüler Trostbriefe und stellen den Eltern das Projekt vor.

Projektwoche

Hospiz macht Schule in Oer-Erkenschwick

OER-ERKENSCHWICK - Bei einer Projektwoche in der Clemens-Höppe-Schule lernen Drittklässler, mit dem Thema Sterben umzugehen.

Dazu gehört auch ein Besuch im Hospiz zum heiligen Franziskus in Recklinghausen. Yezda (8) fasst ihre Eindrücke davon so zusammen: „Ein Hospiz ist, wo Leute sind, die krank sind und sterben, damit sie noch einen schönen Rest vom Leben haben.“

Fünf ehrenamtliche Hospiz-Betreuer erklären den Schülern der Klasse 3c, was Trauern und Trösten bedeutet, was ein Bestatter auf dem Friedhof macht. „Wir haben auch einen Film von einer Beerdigung gesehen. Das war traurig. Ich habe fast geweint“, sagt Enes (9).

Klassenlehrerin Katja Pauly ist begeistert von dem Projekt „Hospiz macht Schule“, das in Recklinghausen schon seit einigen Jahren läuft: „Ich habe mich freiwillig gemeldet. Sterben ist immer noch ein Tabu-Thema. Ich finde es gut, mit Kindern darüber zu sprechen, vielleicht können sie dann später als Erwachsene besser mit dem Sterben umgehen.“ Pauly ist überrascht von der positiven Resonanz ihrer Schüler auf das nicht alltägliche Unterrichtsthema: „Kein Kind hat geweint, alle sind fröhlich von der Schule nach Hause gegangen.“ Denn ihre Gefühle ausdrücken und das Erlebte reflektieren konnten die Schüler beim Projekt. Zum Beispiel mit Jenseits-Bilder: Die Höppeschüler malen auf ein Zeichenblatt, wie sie sich das Leben nach dem Tod vorstellen. Was dabei herauskommt, sind natürlich Wolken am Himmel und Engel, aber auch ein Tüte Pommes taucht auf.

Wichart von Roëll, zusammen mit Ehefrau Anne Althoff-von Roëll Schirmherr für den Ambulanten Hospizdienst in Oer-Erkenschwick, staunt, was für eine Fantasie die Kinder entwickeln. „Welche Farben sie dabei aufs Papier bringen.“ Am Donnerstag bemalen sie kleine Blumentöpfe. Die Drittklässler topfen Traubenhyazinthen von einem großen in kleine Gefäße um. Dass Entwurzeltes weiterwachsen kann, dass das Leben weitergeht, soll diese Pflanzaktion verdeutlichen.

Hospiz-Betreuerin Ursula Ortwerth meint: „Traurig sein können Kinder, trauern können sie noch nicht. Das kommt erst mit zunehmendem Alter.“

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