+
Glückwünsche vom Vorgänger Josef Hovenjürgen (l.) und Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (r.) als Überraschungsgast: Michael Breilmann aus Castrop-Rauxel ist neuer Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes. —Foto: fiekens

98 Prozent der Stimmen

Kreis-CDU: Breilmann für Hovenjürgen

Oer-Erkenschwick - Michael Breilmann wird mit 98 Prozent als Chef des 5000-Köpfe-Kreisverbandes gewählt. Vorgänger Josef Hovenjürgen attackiert in Oer-Erkenschwick Landrat Süberkrüb.

So zeigt man demonstrativ mannschaftliche Geschlossenheit: Castrop-Rauxels CDU- Partei- und Fraktionschef Michael Breilmann ist der neue Unionsvorsitzende im Kreis Recklinghausen – gewählt mit 98 Prozent beim jüngsten Parteitag in der Stadthalle Oer-Erkenschwick. Und Vorgänger Josef Hovenjürgen wird mit stehendem Beifall am Freitagabend offiziell aus dem Amt verabschiedet – der im Juli 2017 angetretene Job als Generalsekretär der NRW- CDU ist mit der Führung des 5000-Köpfe-Kreisverbandes RE nicht mehr vereinbar.

Breilmann ist ohne Konkurrent angetreten – wer sich nur ein wenig mit Politik beschäftigt, kennt das als potenzielle „Blaues Auge“-Konstellation: Gerne lebt man als „Parteifreund“ in geheimer Wahl persönliche Animositäten aus, macht Stimmzettel zur Quittung für irgendwann erlittene Schmach. Bescheidene Ergebnisse sind für Alleinkandidaten Ohrfeigen, so tritt man ein neues Amt direkt als „lame duck“, als „lahme Ente“ an. Anders bei Breilmann: Die Union hat die Wahl schon im Vorfeld mit Abstimmungen in Gremien und Ortsverbänden organisiert wie aus einem Guss. Der 35-Jährige Rechtsanwalt holt 145 von 150 Stimmen. Nur zwei Enthaltungen und gerade einmal drei Gegenstimmen gibt es. „Ich habe schon damit gerechnet, dass ich gewählt werde – aber nicht mit einem so deutlichen Ergebnis“, machte Breilmann aus seiner Freude keinen Hehl. Als sein Stellvertreter wird am Freitag Hendrik Griesbach, Chef des CDU-Stadtverbandes Haltern, gewählt.

Josef Hovenjürgen hat die CDU zum Abschied vom Kreisvorsitz am Freitagabend eine große Bühne bereitet. Im Film-Einspieler kommen Weggefährten zu Wort. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet lobt Hovenjürgen als „echten Freund“. Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche sagt: „Es waren 13 Jahre, die der CDU gutgetan haben.“ Als Überraschungsgast steht dann Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen – ein alter Freund des Halterners – auf der Bühne.

Hovenjürgen wäre nicht er selbst, wenn er sich nicht auch an diesem Abend an Landrat Cay Süberkrüb (SPD) abarbeiten würde. Der von einem Bürgerbegehren zu Fall gebrachte Kreishaus-Neubau oder von der Kreisverwaltung ignorierte Brücken-Kontrollintervalle bringen den 55-Jährigen in Rage: „Das hat Methode bei diesem Landrat. Er interessiert sich nicht für die Substanz dieses Kreises und spielt Spielchen. Die Zeit der Hinterzimmerpolitik von Kaiser Süberkrüb ist vorbei.“

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Babykatzen an der A52: Die Chancen stehen schlecht, aber Tierschützerin gibt nicht auf 
Babykatzen an der A52: Die Chancen stehen schlecht, aber Tierschützerin gibt nicht auf 
Im Waltroper Stadtderby setzte sich die Erfahrung der Gäste durch
Im Waltroper Stadtderby setzte sich die Erfahrung der Gäste durch
Weshalb sich beim Seefest in Marl vieles verändert hat
Weshalb sich beim Seefest in Marl vieles verändert hat
A-Ligist SuS Bertlich lässt zwei Punkte liegen
A-Ligist SuS Bertlich lässt zwei Punkte liegen
Der "Süder Herbst" mit dem Bettenrennen ist ein Publikumsmagnet
Der "Süder Herbst" mit dem Bettenrennen ist ein Publikumsmagnet

Kommentare