Prozess um Anschlag auf BVB-Bus

Sergej W. probte Attentat mit Attrappen

Dortmund - Der Angeklagte Sergej W. bleibt dabei, dass er den Bombenanschlag auf den BVB-Bus so geplant hat, dass niemand aus der Mannschaft von Borussia Dortmund schwer verletzt werden würde.

Sergej W. bleibt dabei: Er will den Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund im April 2017 absichtlich so geplant haben, dass niemand getötet oder schwer verletzt werden würde. Im Prozess vor dem Dortmunder Schwurgericht hat der Angeklagte am Montag weiter zur Sache ausgesagt.

"Ich war fest davon überzeugt, dass von den Metallbolzen keine Gefahr ausgeht", sagte der 28-Jährige den Richtern. Er habe die selbst zurecht gesägten Stifte aus Edelstahl sogar absichtlich in eine dicke Schicht Epoxidharz eingegossen, um sie ungefährlicher zu machen. Sergej W.: "Die Überlegung war, dass die Stifte den Großteil ihrer kinetischen Energie schon dabei verbrauchen würden, diese Harzschicht zu durchdringen." Im besten Fall wären die Bolzen dann noch vor dem Bus auf der Straße gelandet.

Anschlag minutiös geplant

Dass an jenem 11. April 2017 tatsächlich vieles anders kam, weiß der Angeklagte heute auch. Im Mannschaftsbus wurde BVB-Verteidiger Marc Bartra schwer am Unterarm verletzt. Ein Polizist, der den Tross auf dem Weg ins voll besetzte Stadion begleiten sollte, erlitt ein Knalltrauma und ist heute dienstunfähig.

Sergej W. räumte in seiner Aussage weiter ein, den Anschlag rund einen Monat zuvor bei einem früheren Aufenthalt am Teamhotel minutiös geprobt zu haben. Dazu habe er sogar Bombenattrappen verwendet. Und auch zu seinen Beweggründen gab der 28-Jährige Auskunft - wenn auch aus Sicht der Richter weniger als gewünscht. Die Terrorattacken von Paris seien seine Vorbilder gewesen, räumte W. ein.

"Da habe ich verfolgt, dass im Anschluss auch Aktienkurse in den Keller gefallen sind." Weitere Einzelheiten wolle er jedoch nicht verraten. Diese seien zu intim, um sie in öffentlicher Verhandlung darzustellen.

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