Prozess beginnt

Castrop-Rauxeler nach Schüssen im Friseursalon vor Gericht

Castrop-Rauxel - Nach einem Schusswechsel in einem Friseursalon in der Lüner Fußgängerzone Anfang 2017 steht am Freitag ein Mann aus Castrop-Rauxel vor Gericht. Allerdings nicht wegen versuchten Totschlags. Jetzt geht es nur noch um unerlaubten Waffenbesitz. Denn die Hintergründe des Vorfalls sind bis heute unklar.

Am 15. Januar 2017 waren in dem Friseursalon mehrere Schüsse gefallen. Ein Projektil durchschlug die Fensterscheibe und schlug auf der gegenüberliegenden Straßenseite in einer Hauswand ein. Verletzt wurde niemand. Mittlerweile ist klar: Geschossen haben zwei Männer mit einem halb-automatischen 9-Millimeter-Revolver und einer halb-automatischen 9-Millimeter-Pistole. Die Staatsanwaltschaft ermittelte, führte Gespräche und hatte schließlich den Castrop-Rauxeler als Hauptverdächtigen ausgemacht. Per Öffentlichkeitsfahndung hoffte sie, den möglicherweise noch bewaffneten Mann zu finden. Der Mann hatte sich seinerzeit aber wohl zunächst ins Ausland abgesetzt. Später wurde er dann aber doch festgenommen. Ende Juni wurde der Mann dann allerdings wieder aus der Haft entlassen.

Hintergründe nicht aufgeklärt

Die Hintergründe der Auseinandersetzung liegen bis heute im Dunkeln. Warum haben sich die Männer an einem Sonntagnachmittag in dem Friseursalon getroffen? Warum wurde geschossen? Und, vor allem: Wer hat zuerst geschossen? Das sei bis heute unklar, erklärt Henner Kruse, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Deshalb gebe es auch keine Anklage wegen versuchten Totschlags. Mehr geben Beweise und Zeugenaussagen nicht her. Der Besitzer des Friseurladens ist in den Schusswechsel offenbar nicht involviert gewesen. Ursprünglich, sagt Kruse, sei das Verfahren auch gegen ihn gelaufen. Jetzt würden nur der Mann aus Castrop-Rauxel und ein weiterer Mann angeklagt. Das Verfahren gegen den zweiten Mann startet Mitte April - auch wegen unerlaubten Waffen- und Munitionsbesitzes. Das Waffengesetz sieht dafür eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor.

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