Prozess um Geldtransporter-Überfälle

Dortmunder Spur führt zu Unschuldigem

Drei Jahre nach dem Überfall auf einen Geldtransporter in Bodelschwingh gerät plötzlich ein Dortmunder ins Visier der Polizei. Vor dem Landgericht Hagen gibt ein Ermittler jedoch Entwarnung.

Seit Monaten verhandelt das Gericht gegen eine Gruppe von Männern, denen insgesamt 15 Raubzüge zur Last gelegt wird. Dass es noch einen weiteren Mittäter aus Dortmund gegeben haben könnte, war zu Beginn der Verhandlung noch völlig unbekannt. Dann aber wurden noch einmal die Telefondaten vom Überfallstag ausgewertet. Und siehe da: Es gab noch eine weitere Handynummer, die an jenem 12. Dezember 2015 erst in Dusiburg - dem Aufenthaltsort der Angeklagten - und später am Tatort in Bodelschwingh eingeloggt war.

Ein Lkw-Fahrer geriet ins Visier

"Ich habe dem zunächst keine Bedeutung beigemessen", sagte ein Polizist am Mittwoch als Zeuge aus. Auf Wunsch der Verteidiger habe er dann aber doch noch den Anschlussinhaber überprüft. "Ich habe den Mann angerufen", berichtete der Zeuge weiter. "Es handelt sich um einen Berufskraftfahrer, der tatsächlich zwischen Duisburg und Dortmund gependelt war." Ein reiner Zufall also.

Der ermittelnde Beamte gab den Prozessbeteiligten darüber hinaus tiefe Einblicke in das Fahndungsverhalten der Polizei. Schon Monate vor dem finalen Zugriff Ende 2017 hätten er und seine Kollegen damit begonnen, die Telefone der Verdächtigen abzuhören. Auch zwei Autos, die von den Mitgliedern der Bande regelmäßig benutzt wurden, wurden verwanzt.

Beim Abhören der Telefonate fiel den Polizisten schnell auf, dass die mutmaßlichen Räuber offenbar für Ende 2017 einen weiteren Raubzug in Duisburg planten. Tagelang sollen die Angeklagten die Zentrale eines Sicherheitsunternehmens mit einer Kamera ausgespäht haben. Das Aufnahmegerät war dabei in einem Auto versteckt, das vor dem Eingang geparkt wurde.

Luftentfeuchter im Wagen

Für den geplanten Coup wollte die Bande offenbar nichts dem Zufall überlassen. In dem Auto wurde beispielsweise neben der Kamera auch ein Luftentfeuchter deponiert, damit nicht etwa beschlagene Autofenster die Kamerasicht trüben konnten.

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