Prozess am Landgericht Essen

Schulhof-Angriff: Nachbarin hörte Schreie

Dorsten/Essen - Für die unfassbare Bluttat vor der Dorstener Pestalozzi-Schule gab es eine Ohrenzeugin. Eine Nachbarin hatte den lauten Schrei einer jungen Frau gehört - aber sich nichts dabei gedacht.

Es war der 4. September 2017, gegen 22.30 Uhr, als auf dem Schulhof ein 17-jähriges Mädchen fast ermordet wurde. "Ich habe einen lauten Schrei gehört", sagte eine Nachbarin am Donnerstag im Prozess vor dem Essener Landgericht. Ungewöhnlich sei ihr das aber nicht vorgekommen. "Auf dem Schulhof sind oft Jugendliche", sagte sie den Richtern. "Und da wird auch manchmal geschrien."

Hund hat gebellt

Erst als dann auch noch ein Hund gebellt habe, sei sie neugierig geworden und ans Fenster gegangen. "Da habe ich dann einen jungen Mann gesehen, mit Kapuzenpulli." Das seien aber nur Bruchteile von Sekunden gewesen. "Was mir aber in Erinnerung geblieben ist: Irgendwie waren an seiner Kleidung weiße Streifen." Dass etwas Schreckliches passiert sein könnte, habe sie aber auch da noch nicht für möglich gehalten. Erst als sie am nächsten Tag von der Tat gelesen habe, habe sie sich bei der Polizei gemeldet.

Eine andere Nachbarin war dem 20-jährigen Angeklagten sogar unmittelbar vor dem beinahe tödlichen Angriff begegnet. Sie kam vom Elternabend, war auf dem Weg zu ihrem Auto. "Mir kam ein Mann entgegen - das war irgendwie komisch", sagte sie als Zeugin vor Gericht. Ihr selbst sei damals mulmig zumute gewesen. "Ich habe mit dem Handy sogar noch mal nach hinten geleuchtet, um zu gucken, ob er mir folgt."

Gemeinschaftlicher Mordversuch

Der 20-jährige Angeklagte hat bereits gestanden, am späten Abend des 4. September 2017 auf eine Freundin eingestochen zu haben, die offenbar in ihn verliebt war. Vor Gericht behauptet er allerdings, dass er von seiner ebenfalls angeklagten Ex-Partnerin zu der Tat angestiftet worden ist - was sie bestreitet. Die Anklage lautet auf gemeinschaftlichen Mordversuch.

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