Prozess am Landgericht

Räuber folterten bewusstlosen Mann mit Toilettenreiniger

Dortmund - Fünf gegen einen: Im April 2016 schlugen Räuber einen Mann in dessen Wohnung bewusstlos und übergossen seine Wunden mit Toilettenreiniger. Jetzt hat auch der zweite Angeklagte gestanden.

Im Prozess vor der 31. Jugendstrafkammer des Landgerichts Dortmund hat nach seinem 23-jährigen Freund auch der 27 Jahre alte Angeklagte seine Beteiligung an dem Überfall eingeräumt. "Ich bin mit auf den draufgegangen", gab der junge Mann offen zu. Und ja, er habe das Opfer auch geschlagen und getreten.

Den Grund für die brutale Bestrafungsaktion lieferte der 27-Jährige gleich mit: Er habe vor der Tat wochenlang Stress mit dem späteren Opfer gehabt. "Der hat mich wie einen Hund behandelt", behauptete der Angeklagte. "Der hat in der Öffentlichkeit schlecht über mich und meine damalige Freundin geredet. Das wollte ich mir nicht länger bieten lassen."

In einem Punkt wollte der 27-Jährige die Vorwürfe aus der Anklageschrift jedoch nicht bestätigen. Er habe nach den Schlägen und der Folter mit dem Toilettenreiniger nichts aus der Wohnung des Verletzten mitgenommen. Laut Anklage wurden dem Opfer unter anderem 300 Euro Bargeld und ein Handy geraubt. Damit will der 27-Jährige jedoch nichts zu tun haben.

Schweigegeld an Mittäter gezahlt?

Im Gegenteil: Bei dem Geld, das er später mit den übrigen Tätern geteilt haben will, habe es sich um sein eigenes Erspartes gehandelt. "Das sollte eine Art Schweigegeld sein, damit keiner erzählt, dass ich dabei war", so der Angeklagte.

Der Vorsitzende Richter Ulf Pennig reagierte auf diesen Teil der Aussage äußerst reserviert. "Sie wollen behaupten, Sie hätten nichts geraubt und den Mittätern stattdessen noch aus ihrer eigenen Tasche ein Schweigegeld gezahlt?", fragte er ungläubig. Später stellte der Richter nüchtern fest: "Sie können mir als Angeklagter wirklich alles erzählen. Aber ich muss Ihnen ganz bestimmt nicht alles glauben."

Zu Beginn des Prozesses Ende Juli hatte bereits ein 23-jähriger Mitangeklagter seine Beteiligung an dem Raubüberfall gestanden.

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