Prozess um Misshandlung

Mutter lenkt Verdacht auf Schwägerin

Herten - Der Prozess gegen eine Mutter aus Herten, der sich um die Misshandlung eines Säuglings dreht, geht in die Verlängerung. Eigentlich wollten die Richter am Bochumer Landgericht in dieser Woche ein Urteil sprechen. Doch am Montag (10.12.) präsentierte die Angeklagte überraschend neue Details.

Überraschend lenkte die Angeklagte den Misshandlungs-Verdacht indirekt auf eine Schwägerin.

Rückblick: Seit Anfang Oktober sieht sich die 25-jährige Mutter zusammen mit dem inzwischen getrennt von ihr lebenden Kindsvater (24) schweren Vorwürfen ausgesetzt. Das gemeinsame Baby war im November 2016 von den Eltern mit gravierenden Verletzungen (Knochenbrüche am rechten Oberarm, am rechten Ober- und Unterschenkel sowie am linken Unterschenkel, dazu mehrere Rippen- und Armbrüche) in eine Kinderklinik eingeliefert worden. Während die Hertenerin ihren neugeborenen Jungen laut Anklage kurz nach der Geburt massiv misshandelt haben soll, soll der Vater trotz Kenntnis der Verletzungen nicht rechtzeitig eingegriffen und den Säugling so nicht ausreichend geschützt haben.

Die angeklagten Eltern haben Misshandlungs-Vorwürfe im Prozess von Anfang an vehement bestritten. Nachdem die 6. Strafkammer zuletzt signalisiert hatte, dass auch eine Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung durch Unterlassen in Betracht kommen kann, enthüllte die 25-Jährige gestern bislang unbekannte Details. Über ihren Anwalt nannte sie unter anderem die Namen weiterer Personen, die den Säugling bei Besuchen gesehen und angeblich nie eine Verletzung bemerkt haben. Vor allem aber, hieß es, habe eine Schwägerin „ganz häufig“ den kleinen Jungen auf dem Arm gehabt, während sie beispielsweise mit dem Hund draußen gewesen sei. Nach der Rückkehr vom Gassi-Gehen habe es stets geheißen: „Der Kleine war unruhig, hat gequengelt, geweint und sich nicht beruhigen lassen.“

Die Richter wollen jetzt noch weitere Zeugen hören. Nach der Beweisaufnahme sei „hundertprozentig klar, dass das Baby misshandelt worden ist“, stellte Richter Michael Janßen heraus. Und weiter: „Einer war es. Das steht fest.“

Unklar ist, ob durch die zusätzlichen Zeugen-Termine die Urteile noch im Jahr 2018 gesprochen werden können.

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