Prozess um mutmaßlichen BVB-Bomber

Verhandlungstage im Hotelzimmer von Sergej W. geplant

Dortmund - Jetzt wollen es die Richter offenbar ganz genau wissen: Im Prozess um den Splitterbomben-Anschlag durch den Angeklagten Sergej W. auf den BVB-Mannschaftsbus ist ein Ortstermin am Tatort im Hotel L'Arrivée geplant.

Wie im Prozess am Donnerstag bekannt geworden ist, soll im März einer der Verhandlungstage des Schwurgerichts ins Hotel L?Arrivée verlegt werden. Dabei ist vor allem ein Besuch im Zimmer 402 geplant, von dem der Angeklagte, Sergej W., die Bomben gezündet hat.

Sprengstoffexperte zieht Aussage in Zweifel

Hintergrund sind Unklarheiten über die Frage, was durch das Badezimmerfenster wirklich zu sehen war. Konnte der Angeklagte sicher sein, dass sich zum Zeitpunkt der Zündung keine Kinder oder Passanten in der Gefahrenzone befanden? Hatte er den gesamten Bereich zwischen der Hecke, in der die drei Bomben platziert waren, und dem Bus wirklich im Blick?

Ein Sprengstoffexperte des Landeskriminalamtes hatte genau das am Donnerstag in Zweifel gezogen. Seiner Meinung nach wären Personen, die direkt an der Hecke gestanden hätten, nicht zu sehen gewesen. Außerdem habe sich der Angeklagte auf die Zündung konzentrieren müssen. Wörtlich sagte der Sachverständige: "Wenn ich mich auf den Bus und auf das Zünden konzentrieren müsste, könnte ich mich nicht auf andere Personen konzentrieren.

Fahrer des Busses soll befragt werden

Nach seinen Angaben sei das Hotelzimmer ohnehin nicht optimal gewesen. "Ich hätte einen anderen Ort gewählt."

Vor dem Ortstermin wollen die Richter zunächst aber noch den Fahrer des Mannschaftsbusses und den Motorradpolizisten hören, der durch die Explosion ein Knalltrauma erlitten hatte. Die nächsten BVB-Profis sollen voraussichtlich im April als Zeugen geladen werden.

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