Prozess um Raubüberfall

Überfallener Speditionsmitarbeiter belastet Dortmunder Angeklagten vor Gericht schwer

Im Prozess um einen "Masken-Überfall" auf eine Möbelspedition vor neun Jahren hat ein Opfer einen der Täter identifiziert. Er belastet damit einen Angeklagten (40) aus der Nordstadt.

Einem 40-jährigen Dortmunder wird vorgeworfen, am 26. November 2009 eine Möbelspedition in Bochum-Harpen überfallen zu haben. Während der Angeklagte aus der Nordstadt vehement bestreitet, einer der drei maskierten und bewaffneten Tätern gewesen zu sein, war sich ein Überfallopfer von damals dagegen ziemlich sicher. "Der war auf jeden Fall dabei", hatte der frühere Speditionsmitarbeiter bereits bei einer Lichtbildvorlage bei der Polizei im Jahr 2016 ausgesagt.

Am Donnerstag (27. September) wiederholte er im Prozess vor dem Bochumer Landgericht, wenn auch ein Stück weit zögerlich, diesen Vorwurf. Auf konkrete Nachfrage der Staatsanwaltschaft, ob er den Angeklagten aus der Nordstadt als einen der Täter wieder erkenne, antworte der Zeuge: "Ja. Aus meiner Erinnerung her, würde ich sagen, er war es. Er war vielleicht zum Zeitpunkt des Überfalls ein wenig schlanker."

Opfer litt Todesängste

Der Speditionsmitarbeiter hatte vor knapp neun Jahren am helllichten Tag einen echten Albtraum erlebt. Gegen zehn Uhr sei erst ein unmaskierter Mann in der Spedition aufgetaucht und habe nach einem Job als Lkw-Fahrer gefragt. "Dann stürmten auch schon zwei maskierte Täter rein", erinnerte sich der Zeuge.

Einer der Täter sei direkt auf ihn zugestürmt. "Ich musste mich auf den Boden legen und der Mann hielt mir die ganze Zeit einen Trommelrevolver in den Nacken", so der Speditionsmitarbeiter weiter. "Ich habe mich nicht getraut, meinen Kopf zu bewegen. Ich hatte Todeangst und dachte, so das war es dann."

Geraubt hätten die Täter unter anderem sein damals brandneues iPhone 3 und Geld aus seiner Geldbörse. Außerdem fehlten laut Anklage 700 Euro Bargeld aus dem Tresor.

Ungemein schwerer Vorwurf

Geht es nach der Aussage des überfallenen Mitarbeiters, dann war der Angeklagte aus der Nordstadt der Täter, der ihn damals bedroht hat. Die Richter der 16. Strafkammer betonten am Donnerstag noch einmal die Tragweite der Zeugenaussage. "Das ist ein ungemein schwerer Vorwurf", sagte die Vorsitzende Richterin. Die Anklage lautet auf schwere räuberische Erpressung. Mit einem Urteil ist frühestens am 11. Oktober zu rechnen.

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