Prozessbeginn

Cousin gesteht blutige Hammer-Attacke

Dortmund - Die Tatwaffe war ein Schlosserhammer, das Opfer überlebte nur durch ein Wunder: Vor dem Schwurgericht hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 24-jährigen Lackierer aus Nette begonnen.

Staatsanwalt Felix Giesenregen hat den 24-Jährigen wegen versuchten Mordes angeklagt. Doch warum soll der junge Mann damals auf einem Kinderspielplatz an der Walter-Schücking-Straße dermaßen ausgerastet sein? Auf diese Frage gaben der Angeklagte und seine Cousine am ersten Verhandlungstag unterschiedliche Antworten.

Der 24-Jährige behauptet: "Wir hatten ein Verhältnis." Ein Jahr habe er seine Partnerin und Mutter seines kleinen Sohnes mit seiner 20-jährigen Verwandten betrogen. Am Abend des 11. Januar soll seine Cousine dann aber damit gedroht haben, alles öffentlich zu machen. "Sie sagte, sie würde alles erzählen, auch, dass ich neben Cannabis auch Speed und Kokain nehmen würde", so der Angeklagte. "Da ist bei ihm eine Sicherung durchgebrannt", sagte Verteidiger Hans Reinhardt.

Die Cousine will von einer Liebesbeziehung jedoch nichts wissen. "Definitiv nicht", sagte die 20-Jährige den Richtern. An diesem Abend habe sie von ihrem Cousin Drogen kaufen wollen. Schließlich habe sie ihn noch zu einem anderen "Kunden" begleitet, der ebenfalls 30 Gramm Marihuana abnehmen wollte.

Die 20-Jährige glaubt, dass ihr Cousin sie bestrafen wollte

Bei dieser Übergabe soll sich dann aber herausgestellt haben, dass 15 Gramm fehlten. "Ich glaube, er hat mich dafür verantwortlich gemacht", sagte die Zeugin.

Die 20-Jährige glaubt, dass ihr Cousin sie bestrafen wollte, weil er glaubte, sie hätte etwas mit dem Verschwinden der Drogen zu tun. Immerhin habe er Wochen zuvor mal gesagt: "Wenn mich einer abziehen will, schlage ich ihn tot."

Die Cousine erlitt bei der Attacke zahlreiche Platzwunden und Frakturen, Die Schädeldecke war sechsmal gebrochen, dazu das Jochbein, das Mittelgesicht und die Augenhöhle. "Es ist mehr als ein Wunder, dass sie überlebt hat", sagte ihr Rechtsanwalt Rolf Quittmann am Rande des Prozesses. Eine Notoperation habe ihr das Leben gerettet.

Bis heute leidet die junge Frau an ständigen Kopfschmerzen und Panikattacken. "Meine Eltern sagen, ich hätte mich auch vom Wesen her verändert", sagte sie den Richtern. Bis September ist sie von der Schule freigestellt, danach macht sie das komplette letzte Schuljahr noch mal. Ihren Nebenjob beim BVB musste die 20-Jährige wegen ihrer Konzentrationsschwierigkeiten auch aufgeben.

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