Radschnellweg wird wieder ein bisschen länger    

Mülheim (dpa/lnw) - "Radschnellweg" bedeutet im Fall des RS1 nicht, dass er schnell fertig wird. Bei 100 Kilometern neuen Wegen mitten durchs Ruhrgebiet war das auch nicht zu erwarten. Immerhin geht es schrittweise voran: Am Mittwoch kommen in Mülheim 1200 Meter hinzu.

Der Radschnellweg (RS) Ruhr wird am Mittwoch (16.40 Uhr) wieder ein Stück länger: In Mülheim gibt NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) ein 1200 Meter langes Teilstück des "RS1" frei. Der Radschnellweg überquert dann die Ruhr auf einer Eisenbahnbrücke aus dem 19. Jahrhundert. Mit dem neuen Rad- und Fußweg erhält die Hochschule Ruhr West Anschluss an die Mülheimer Innenstadt und den Hauptbahnhof.

Das Vorzeigeprojekt RS1 soll einmal auf gut 100 Kilometern zehn Städte zwischen Duisburg und Hamm miteinander verbinden und für weniger Autos auf den Straßen sorgen. Bauträger ist der Landesbetrieb Straßen.NRW.

Das erste, zehn Kilometer lange Teilstück zwischen Essen und Mülheim war bereits 2015 fertiggestellt worden. 2016 folgten in Mülheim 600 Meter Richtung Duisburg. Zusammen mit dem neuen Teilstück sind damit rund 12 Kilometer in Betrieb.

Bereits im Bau sind 1,2 Kilometer in Gelsenkirchen. Sie sollen Ende dieses Jahres hinzukommen, weitere 1,6 Kilometer dann 2020. Nach Angaben des Regionalverbands Ruhr (RVR) soll in Bochum in der Jahresmitte mit dem Bau eines Teilstücks begonnen werden. In Dortmund wolle man im Herbst beginnen. "Jetzt kommen wir in die Phase der Spatenstiche und Eröffnungen", sagte RVR-Planungsdezernent Martin Tönnes. Länger dauern wird die Umsetzung laut des neuesten Sachstandsberichts des RVR unter anderem auf einem Abschnitt in Essen und im Kreis Unna. Grund seien unter anderem aufwendige Planfeststellungsverfahren.

Tönnes geht dennoch davon aus, dass die Kernstrecke zwischen Duisburg und Dortmund "deutlich vor 2025 fertig" wird. Die gesamte Strecke solle dann spätestens bis zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) im Ruhrgebiet 2027 fertig sein. Der Projektleiter Planung bei Straßen.NRW, Sebastian Artmann, äußerte sich zurückhaltender. Ziel sei es, bis 2025 die baurechtlichen Voraussetzungen für die gesamte Strecke geschaffen zu haben, sagte er. Der RS1 habe eine Länge, "das können Sie nicht innerhalb von wenigen Jahren durchplanen".

Der Radschnellweg soll für bessere Luft und weniger Staus im Ruhrgebiet sorgen. Vor allem Pendler sollen bequemer und schneller mit dem Rad zur Arbeit, in die Schule oder zum Einkaufen kommen. Laut einer Studie leben im Einzugsbereich des RS1 rund 1,65 Millionen Menschen. Ein Großteil der Strecke soll auf bereits vorhandener Infrastruktur wie Bahntrassen oder Betriebswegen aufgebaut werden. Im Endausbau soll neben einem vier Meter breiten Radweg ein zwei Meter breiter Fußweg verlaufen. "Der RS1 ist eine ganz große Chance, den Radverkehr zu stärken", ist Artmann überzeugt.

Insgesamt sind derzeit sieben Radschnellwege in NRW geplant. Neben dem RS1 und einem weiteren Schnellweg im Ruhrgebiet soll es die schnellen Strecken auch im Münsterland, in Ostwestfalen-Lippe, in der Region Aachen, in Köln und im Raum Düsseldorf geben.

RS1 Informationsseite

Fanseite zum RS1 auf Facebook

Emschergenossenschaft zum 1. Spatenstich in Gelsenkirchen am 18.3.

Sachstandsbericht RS1 - Vorlage für den RVR-Planungsausschuss am 22.5.

Machbarkeitsstudie RVR 2014

Radschnellwege in NRW

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