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Blumen liegen am Unfallort an der Wittbräucker Straße. Hier starb eine junge Mutter.

Rätselhaft

Warum geschah der Horror-Unfall auf der Wittbräucker Straße?

WICHLINGHOFEN - Eine tote Mutter, ihr Mann und ihr Baby in Lebensgefahr - das ist die schreckliche Bilanz des Unfalls auf der Wittbräucker Straße von Ende November. Ermittler rätseln, warum das Auto der Familie in den Gegenverkehr raste. Technische Gründe fallen aus, doch was verursachte den Unfall? Ein Nachbar hat einen Verdacht.

Soviel steht fest: Auch 18 Tage nach dem Unfall schweben Vater und Baby nach Angaben der Polizei weiterhin in Lebensgefahr. Zur Unfallursache hat inzwischen die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Auf einen technischen Deffekt am Wagen der Familie deutet nichts hin. Doch viele Details sind unklar und geben Raum für Spekulationen.

Kein Unfallschwerpunkt?

Als Heinrich Beckmann, Stadtoberförster und seit Kurzem im Ruhestand, in der Zeitung von dem Unfall las, ging ihm ein Detail nicht mehr aus dem Kopf, obwohl er selber viel mitbekommen hatte: Er hatte das Geräusch gehört, als das Auto mit dem Lkw kollidierte, Beckmann wohnt nahe an der Unfallstelle. Er hatte die Rettungskräfte gesehen und Menschen, die Erste Hilfe leisteten.

Was Beckmann in den Tagen danach beschäftigte, war die Äußerung der Polizei, dass es sich bei dem Unfallort, bei dem eine Frau starb und ihr zehn Monate altes Kind und ihr Mann lebensgefährlich verletzt wurden, um keinen Unfallschwerpunkt handele. Beckmann sieht das anders. Er wohnt, mal abgesehen von den acht Jahren seiner Ausbildung, seit 1948 permanent hier.

Blumen und Kerzen

Blumen und Kerzen stehen gegenüber der Unfallstelle, die Wittbräucker Straße zeigt hier keinerlei Auffälligkeiten. Es ist der Scheitelpunkt einer sehr sanften und gut einsichtigen Kurve, davor und dahinter liegen gerade Streckenabschnitte. Es gibt keinen ersichtlichen Grund, warum hier so ein Unfall passieren muss.

Heinrich Beckmann sagt, er habe sich vor dem Zusammenstoß gefragt, wann hier der nächste Unfall geschehe. Der Mann ist ein nüchterner Westfale und damit alles andere als ein Klageweib, das etwas zum Tratschen braucht. Es ist ihm, im Gegenteil, sichtlich unangenehm, so ein Thema zu haben.

Mehrere Unfälle - Ferrari im Graben

Aber es beschäftigt ihn und das nicht erst seit Ende November. An exakt der Stelle, an der der Unglückswagen im Graben lag, starb an Ostern 1997 ein Radfahrer. Lag vor fünf Jahren im Spätsommer ein Ferrari im Graben. Geschahen, sagt Beckmann, mehrere Unfälle.

Vier hat er seit 1997 selber miterlebt, von einem weiteren weiß er. Beckmann hat keine Datenbank und kein Archiv, aber er hat seine Erinnerung und seine Nachbarn. Die Nachbarn meinen, es sei sogar noch ein Unfall mehr gewesen. Die Polizei sagt, so weit und so fein gehen ihre Statistiken nicht zurück.

Warum versagen die Menschen?

Wenn Beckmann recht hat und es immer wieder hier passiert – warum ist das dann so? Er ist zurückhaltend und sagt, jeder Unfall sei letztlich immer auch ein menschliches Versagen. „Aber warum versagen die Menschen immer an derselben Stelle?“ Es gebe andere Stellen an der Wittbräucker, hinten bei Overkamp etwa, da komme es auch häufiger zu Unfällen – aber da gebe es eine Kreuzung. Hier gibt es nichts. Beckmann hat selber keine Erklärung, er hat eine Beobachtung, wie sie wohl nur ein Förster liefern kann. Er war bis vor wenigen Monaten zuständig für 1200 Hektar Forstgebiet und er sagt, er kenne in diesem gesamten Bereich keine Stelle, an der in einem Radius von 70 bis 100 Metern derart häufig Blitze eingeschlagen seien wie hier. In diesem Radius liegt auch die Unfallstelle.

Blitzeinschläge

Die Blitze schlagen hier nicht erst seit gestern ein. Woran das jetzt liegt und was das mit den Unfällen zu tun hat? Beckmann hat mehr Fragen als Antworten, aber er weiß, dass an Stellen, an denen unterirdische Wasseradern verlaufen, Blitze vermehrt einschlagen können.

Er weiß, dass hinter den Häusern an der Unfallstelle Wasser austritt. Und er weiß, dass manche Menschen empfindlicher auf solche Wasseradern reagieren als andere. Der Oberförster a.D. wartet auf den nächsten Unfall.

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