Rauch und Ruß machen Wohnung unbewohnbar

Halterner Familie sucht nach Brand ein neues Zuhause

HALTERN - Der Schock steckt ihnen tief in den Knochen. Am Freitag brannte es in dem Haus, in dem das Ehepaar Pierucki mit zwei Kindern wohnte. Sie haben alles verloren und sind jetzt auf Hilfe angewiesen.

Die Nächte sind bei Familie Pierucki besonders schlimm. "Keiner von uns kann mehr durchschlafen", sagt Natascha Pierucki. "Man kommt einfach nicht mehr zur Ruhe." Denn die Familie steht nach dem Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Arminiusstraße am frühen Freitagmorgen vor dem Nichts. Und die Ereignisse jener Nacht haben sich tief in ihr Gedächtnis gebrannt. Immer wieder hat Natascha Pierucki die schrecklichen Bilder im Kopf.

Gegen fünf Uhr in der Frühe hört sie plötzlich das Piepen eines Rauchmelders. Kurz drauf lassen "Hilfe"-Rufe sie in ihrer Dachgeschosswohnung aufschrecken. Sie rennt zum Hausflur und sieht durch die offen stehende Tür des Nachbarn Flammen im Wohnzimmer lodern. Zusammen mit einem anderen Nachbarn versucht er, den Brand zu löschen. Natascha Pierucki weckt Mann und Kinder, zieht den Kleinen und sich selbst einen Pullover, Hose und Jacke über den Schlafanzug und streift ihnen Schuhe über. Geistesgegenwärtig schließt die 36-Jährige sämtliche Fenster und ruft die Feuerwehr an. Ihr Mann sammelt indes die wichtigsten Dokumente. "Jedes Kind durfte noch sein Lieblingsstofftier holen, dann sind wir schnell nach unten gerannt."

Die Feuerwehr ist sehr schnell da, erinnert sich die Halternerin. Ihre Eltern holen ihre Kinder Luca (8) und Michelle (10) vom Unglücksort, während Natascha und Klaus-Dieter Pierucki dort warten. Zu dem Zeitpunkt glauben beide noch, bald wieder in die Wohnung zurückkehren zu dürfen.

Hohe SchadstoffbelastungDoch auch, als die Flammen gelöscht sind, kann die Feuerwehr die Räume nicht freigeben. Nicht nur die Brandwohnung ist unbewohnbar geworden. "Die Schadstoffbelastung in unserer Wohnung ist zu hoch", erklärt Natascha Pierucki. Von den Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen ist nichts mehr zu gebrauchen. Alles wurde zerstört - von Ruß und Rauch.

Aber was viel schwerer wiegt: Die Pieruckis haben kein Zuhause mehr. Zwar sind sie in einer Ferienwohnung in Haltern untergekommen. Doch das Bedürfnis nach den eigenen vier Wänden, in denen man sich neu einrichten und hoffentlich ein neues Gefühl der Sicherheit aufbauen kann, ist gerade jetzt besonders groß.

Die zerstörte Wohnung soll saniert werden. "Doch dorthin wollen wir nicht zurück", sagt Natascha Pierucki. Zu schwer wiegen die Erinnerungen an den Ort des Schreckens. Ganz besonders bei den Kindern. "Meine Tochter stellt viele Fragen. Wie es zu dem Brand kommen konnte? Wie es weitergeht?", sagt die Mutter. "Wenn irgendetwas piept, schreckt sie auf." Sohn Luca malt - ein brennendes Haus, aus dem Mama, Papa, seine Schwester und er rennen. "Beide Kinder haben Angst, dass es noch einmal passiert."

Große HilfsbereitschaftNach einem Hilferuf per Facebook ist Natascha Pierucki überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Halterner Bürger. Sie wollen Kleidung und Spiele spenden. Auch eine Waschmaschine und Möbel, sogar ein ganzes Kinderzimmer. "Wir würden es so gerne annehmen, aber das können wir ja nirgends lagern", bedauert die 36-Jährige.

Vier-Zimmer-Wohnung dringend gesucht

Ganz dringend sucht Familie Pierucki daher zunächst eine Vier-Zimmer-Wohnung - wenn möglich, Parterre oder im ersten Stock. In Halterns Mitte, nahe der Schule der Kinder. Erreichbar ist die Familie unter der Telefonnummer 0174 75 76 056. "Es wäre so schön, wenn das klappen würde und wir schnell eine neue Wohnung finden könnten", sagt die junge Frau. Um im selben Atemzug voller Hoffnung festzustellen: "Es kann doch eigentlich nur noch besser werden."

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