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Ein von der Polizei sichergestelltes Auto.

Razzien in RE und Marl

Bande erbeutet zwei Millionen Euro – mehrere Festnahmen

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Recklinghausen/ Marl - Schlüssel nachgemacht und Codes geknackt: Polizei zerschlägt Bande, die in großem Stil Geldtransporter und -automaten ausgenommen haben soll.

Der Fall schrieb bundesweit Schlagzeilen: Als Geldboten getarnt waren Ganoven wie in einem Krimi vor fast genau einem Jahr in Gronau mit einem täuschend echt umgebauten Transporter und dem Logo eines Recklinghäuser Security-Unternehmens vor der Firmenzentrale einer Supermarktkette vorgefahren.

Während die echten Geldboten am 19. Dezember 2017 noch unterwegs waren, luden die Täter eiskalt die Einnahmen auf. Jetzt verbringen die mutmaßlichen Diebe die Weihnachtsfeiertage anders: Die Recklinghäuser Polizei hat eine Bande zerschlagen, die mit diesem und anderen Coups Millionen erbeutet haben soll. Es gab sieben Festnahmen, nachdem die Ermittler 15 Wohnungen und Geschäftsräume in Recklinghausen, Marl, Düsseldorf, Ratingen, Köln und Bonn durchsucht hatten.

Gegen fünf Männer im Alter zwischen 26 und 44 Jahren aus Recklinghausen, Köln und Marl wurde Haftbefehl erlassen, ebenso gegen einen 26-Jährigen aus Köln und eine 21-jährige Frau aus Wachtberg. Zurzeit gibt sich die federführende Staatsanwaltschaft Essen, durchaus nachvollziehbar, aus ermittlungstaktischen Gründen bedeckt.

Den Zugriffen gingen monatelange Ermittlungen voraus

Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich bei den Festgenommenen um Deutsche und Beschuldigte ausländischer Abstammung – darunter Namen, die der Polizei durchaus etwas sagen. Den Zugriffen gingen monatelange Ermittlungen voraus, in denen sich ein immer deutlicheres Bild abzeichnete: Die Beschuldigten sollen Schlüssel nachgemacht und Codes geknackt haben, um an ihre Millionenbeute zu kommen. Klar ist, dass dies für Gelegenheitskriminelle ein paar Nummern zu groß ist. Unbeantwortet steht im Raum, ob Tatverdächtige bei Sicherheitsunternehmen beschäftigt waren oder sind.

In einer Erklärung teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Recklinghausen lediglich mit, dass sich die mutmaßlichen Diebe bei den Vorbereitungen auf Sicherheitstechnik spezialisiert und Insiderkenntnisse gehabt hätten.

Der spektakuläre GronauFall wurde am Mittwoch in der Sendung „Aktenzeichen XY“ vorgestellt, nach nicht bestätigten Medienberichten soll es sich allein bei dieser Beute um mehr als eine Million Euro gehandelt haben. In anderen Fällen hatten Diebe in Dortmund und Werne Security-Transporter per Nachschlüssel geöffnet und bereits aufgeladene Geldkassetten geplündert. Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler hochwertige Autos, teure Uhren, Gold, Schmuck, Bargeld im sechsstelligen Bereich und Waffen sicher. In Köln stießen sie auf eine Plantage mit Marihuanapflanzen.

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