Reaktion auf Brandbrief

WDR weist Kritik von Ullrich Sierau an Dortmund-Tatort zurück

Der WDR wehrt sich gegen die Vorwürfe von Oberbürgermeister Ullrich Sierau, im Dortmund-Tatort nur alte Klischees zu bedienen. Die Krimi-Reihe zeige ein "vielschichtiges Bild der Stadt".

Dortmunds OB hatte am späten Montagnachmittag seiner Wut über den Dortmund-Tatort freien Lauf gelassen. Er hatte von einem "fortwährenden Mobbing" der Stadt und seiner Bürger durch die TV-Serie gesprochen, von einer Klischeelastigkeit, die "maximal lächerlich" sei.

Statt Dortmund als Stadt des Strukturwandels zu zeigen, würden die Filme immer noch das Bild eines sterbenden Industriestandorts voller Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit verbreiten. Sierau schloss seinen Brandbrief mit der spitzen Bemerkung, dass er persönlich nichts dagegen habe, wenn die Ermittler des Dortmund-Tatorts in den vorzeitigen Ruhestand versetzt würden.

WDR: "Tatort ist Fiktion"

In einer kurzen Stellungnahme wies der WDR am Dienstagnachmittag die harten Vorwürfe zurück: Man würde im Dortmund-Tatort "ein vielschichtiges Bild der Stadt" zeichnen, "etwa durch diverse Milieus und Drehorte wie den Phoenixsee, den Westfalenpark oder das Dortmunder U."

Weiter heißt es dort: "Der Tatort ist Fiktion - aus dramaturgischen Gründen wird auch verdichtet und zugespitzt. Dadurch können einzelne Szenen von den einen als Klischees empfunden werden, von anderen als realitätsnahe Darstellungen. Das polarisiert, löst Debatten aus - das ist aus unserer Sicht nicht negativ, sondern bereichernd."

Zum Abschluss verweist der WDR noch auf die öffentlichen Vorführungen der einzelnen Folgen des Dortmund-Tatorts, bei denen es "sehr viel Applaus" gegeben habe.

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