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Die Supermarktkette Real wird verkauft.

Metro hat Käufer gefunden

Real-Kette soll zerschlagen werden - doch welche Märkte werden geschlossen?

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Der Verkauf der Supermarkt-Kette "Real" ist so gut wie fix. Doch offen bleibt die Frage, welche Märkte der Investor schließen wird, wie viele Arbeitsplätze abgebaut werden. Und was bedeutet dies für den Logistikstandort in Marl und die Filiale in Herten? Jetzt haben die Mitarbeiter demonstriert.

  • Metro über Verkauf der Real-Märkte mit Investor einig
  • Welche Märkte geschlossen werden, steht noch nicht fest, Mitarbeiter demonstrieren
  • Fragezeichen um Logistikstandort in Marl 

UPDATE 14.Februar 11:50 Uhr

Die Supermarktkette Real soll nach dem Verkauf zerschlagen werden. Darauf hat sich der Mutterkonzern Metro mit den potenziell neuen Eigentümern verständigt. Hunderte Real-Beschäftigte haben jetzt vor der Hauptversammlung des Mutterkonzerns für eine Absicherung ihrer Arbeitsplätze und ihrer Löhne demonstriert.

Real-Mitarbeiter demonstrieren - wie geht es im Kreis Recklinghausen weiter?

Die Beschäftigen skandierten: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut" und forderten auf Transparenten "Wir wollen in sichere Hände". Mit dem Finanzinvestor SCP ist sich die Metro laut Vorstandschef Koch "kommerziell einig". 

Zwar wollen die Käufer einen Kern von 50 Real-Märkten für mindestens 24 Monate weiter betreiben. Der größte Teil der Filialen soll jedoch an andere Händler wie Edeka oder Kaufland verkauft werden. Rund 30 Filialen sollen geschlossen werden. Wer betroffen sein wird, wo und wie viele Arbeitsplätze wegfallen, ist bislang aber nicht kommuniziert.

Real-Zerschlagung gilt als sicher - was passiert mit Standorten im Kreis Recklinghausen?

Der Handelskonzern Metro hat bei den Verhandlungen über einen Verkauf seiner angeschlagenen Supermarktkette Real mit dem Konsortium um den Immobilieninvestor X-Bricks eine kommerzielle Einigung erzielt. Das teilte das Unternehmen am frühen Dienstagmorgen in Düsseldorf mit. Einzelne offene Punkte seien jedoch noch in Verhandlung.

Auch im Kreis Recklinghausen und der Region gibt es bekanntlich zahlreiche Märkte. Was der Verkauf zum Beispiel für die Standorte in Herten-Westerholt, wo aktuell große Angst herrscht, Gelsenkirchen-Buer, Coesfeld, Herne oder Castrop-Rauxel bedeutet, ist noch unklar.

Verkauf steht: Muss „real“ in Herten bald schließen? | cityInfo.TV

Verkauf steht: Muss „real“ in Herten bald schließen? | cityInfo.TV

Real im Kreis Recklinghausen: Metro-Pressestelle äußert sich

Auf Nachfrage von 24vest.de sagte Pressesprecher Dr. Hendrik Finger, dass der Investor Real als Ganzes zu einem Unternehmenswert von etwa einer Milliarde Euro übernehmen wird. Noch sei der Vertrag aber nicht unterschrieben. Erst danach könne etwas definitiv zu den Schließungen gesagt werden - auch zum Logistik-Standort in Marl. Die Zahl von 50 Schließungen bundesweit wollte weder Finger noch die aus Recklinghausen stammende AG-Presse-Direktorin Kirsten Ludowig bestätigen.

Supermarktkette Real droht Zerschlagung - auch im Kreis Recklinghausen?

Der Supermarktkette mit 277 Real-Märkten und rund 34 000 Beschäftigten droht aber wohl die Zerschlagung. Denn die künftigen Eigentümer wollen nach den bisher bekanntgewordenen Plänen nur einen kleinen Teil der Real-Märkte selbst weiter betreiben. Der Großteil der Standorte soll an andere Händler wie Edeka oder Kaufland weiterverkauft werden. Einigen Standorten droht auch die Schließung. 

Real im Kreis Recklinghausen: Kette war Metros Sorgenkind

Die Supermarktkette war zuletzt das Sorgenkind bei dem Düsseldorfer Handelsriesen und hatte im Geschäftsjahr 2018/19 für tiefrote Zahlen bei der Metro gesorgt.

Eine der beiden Logistikhallen der Metro in Marl wird für Waren genutzt, die an Real-Märkte in ganz Deutschland geliefert werden. Wie es dort weitergeht, ist offen. Denn sollte an andere Mitbewerber verkauft werden, dürfte es direkte Auswirkung auf Marl haben. Schließlich haben Konzerne wie Rewe oder Edeka eigene Logistikwege.

Laut Finger habe man in den Verhandlungen aber die Belange der Mitarbeiter mit in den Vordergrund gestellt. Zudem würden die Betriebsvereinbarungen auch nach dem Verkauf gelten.

Metro erhofft sich etliche Millionen Zufluss

Auf Grundlage der kommerziellen Einigung erwarte Metro einen Nettomittelzufluss von etwa 300 Millionen Euro und erwarte weiterhin über 1,5 Milliarden Euro Nettomittelzuflüsse nach sämtlichen Transaktionskosten aus dem Verkauf von Real und der Veräußerung eines Mehrheitsanteils am chinesischen Geschäft.

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