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Michael Thüring und Laureen Nitschmann von der Anton Graf GmbH suchen beim IHK-Azubi-Speed-Dating Nachwuchs für gleich vier Ausbildungsberufe. Die Gespräche mit den jungen Leuten dauern immer zehn Minuten.

Recklinghäuser Vestlandhalle

Azubi-Speed-Dating der Industrie- und Handelskammer in Recklinghausen

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Recklinghausen - Mit dem Azubi-Speed-Dating will die IHK Unternehmen und jungen Leuten helfen, möglichst unkompliziert zusammenzukommen. Gut 60 Firmen und 1200 Schüler nutzen diese Chance in der Vestlandhalle.

Drogistin, Asphaltbauer oder Finanzwirtin: Fast 400 freie Ausbildungsplätze haben rund 60 Unternehmen zum 8. Azubi-Speed-Dating der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen in die Recklinghäuser Vestlandhalle mitgebracht. Dort tummeln sich nun mehr als 1200 Schüler aus dem Kreis Recklinghausen, aus Gelsenkirchen und Bottrop, um mit Firmenchefs, Personalleitern oder Ausbildern ins Gespräch zu kommen. Was sie dafür tun müssen? Eigentlich nichts – außer einen Moment auf den Stühlen vor der jeweiligen Stellwand zu warten.

„Unser Ziel ist es, den Schülern und Betrieben zu helfen, zueinander zu kommen – und zwar so unkompliziert und effektiv wie möglich“, erläutert Carsten Taudt. Der Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung hält das für immens wichtig. Weil es in unserer Region zum Jahresende hin immer wieder „unversorgte“ Jugendliche gibt – und es den Betrieben gleichzeitig immer schwerer fällt, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. „Offensichtlich stimmt da etwas mit dem ‚Matching‘ nicht“, schlussfolgert Taudt.

In der Vestlandhalle haben die jungen Leute nun die Chance, Betriebe für sich zu begeistern, von denen sie sonst möglicherweise nie eine Einladung erhalten hätten – weil sie beispielsweise nicht mit ihren Bewerbungsmappen überzeugen können. „Dabei ist für die Arbeitgeber die Motivation des Bewerbers doch eigentlich viel wichtiger“, so Taudt.

Das sieht Carolin Möller ähnlich. „An erster Stelle stehen der Spaß und die Freude an der Tätigkeit beziehungsweise die Begeisterungsfähigkeit“, sagt die Ausbildungsleiterin der hagebau west Logistik GmbH. Vor ihr befindet sich eine Sanduhr auf dem Tisch. Für jedes Gespräch mit einem jugendlichen Interessenten sind zehn Minuten vorgesehen – schließlich ist das hier ein „Speed-Dating“. „Diese Zeit reicht aber auch, um festzustellen, ob es passen könnte“, sagt sie.

Möller hat Muhammed Altinkaya mitgebracht. Der 18-Jährige kann Gleichaltrigen auf Augenhöhe erklären, wie der Alltag eines Fachlageristen oder einer Fachkraft für Lagerlogistik aussieht: „Der Beruf ist abwechslungsreich, man arbeitet viel im Team, das macht Spaß“, sagt er.

Michael Thüring und Laureen Nitschmann von der Anton Graf GmbH suchen gleich für vier Ausbildungsberufe Nachwuchs: Fachkraft im Fahrbetrieb, Kaufmann/-frau für Büromanagement, KFZ-Mechatroniker/-in und Tourismuskaufmann/-frau.

Die beiden haben mit zwei, drei Bewerbern bereits Vereinbarungen über ein Praktikum getroffen. „Es gibt aber auch Gespräche, in denen wir merken, dass sich der junge Mensch für einen für ihn völlig falschen Beruf bewirbt – weil er ganz falsche Vorstellungen hat.“ Dann gebe man auch schon mal einen Tipp, was vielleicht besser passen könnte: Berufsorientierung im Schnelldurchgang.

Ein Training für weitere Vorstellungsgespräche

Sema Simsek dürfte das so nicht ergehen. Die 18-Jährige besucht das Kuniberg-Berufskolleg in Recklinghausen und hat sich bereits im Vorfeld der Veranstaltung beim Stand der Stadt Gelsenkirchen angekündigt. Die Hertenerin möchte Verwaltungswirtin werden – und das „Azubi-Speed-Dating“ auch nutzen, um Vorstellungsgespräche zu üben. Nervös ist Sema Simsek aber nicht, wie sie sagt: „Ich weiß ja, was von mir erwartet wird. Wir haben uns in der Schule darauf vorbereitet.“

So motivierte und gut präparierte junge Leute hat auch Burkhard Notdurft dabei. Der Lehrer vom Eduard-Spranger- Berufskolleg Gelsenkirchen weiß aber auch, dass einige seiner Schüler den Tag eher entspannt angehen: „Wenn man mit einer ganzen Klasse kommt, ist es normal, dass es beides gibt.“

Aber auch auf der anderen Seite läuft ja nicht immer alles optimal: Drei der mehr als 60 Unternehmenstische bleiben an diesem Tag verwaist. „Das ist schade“, sagt Taudt. Denn die Nachfrage der Unternehmen sei so groß, dass man die Vestlandhalle eigentlich zweimal füllen könnte.

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