Ab sofort müssen viele Coronatests - auch im Kreis Recklinghausen - in Hausarztpraxen gemacht werden. Darauf haben sich Bund, Länder und die Kassenärztliche Vereinigung verständigt.
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Ab sofort müssen viele Coronatests - auch im Kreis Recklinghausen - in Hausarztpraxen gemacht werden. Darauf haben sich Bund, Länder und die Kassenärztliche Vereinigung verständigt.

Kritik an neuer Regelung

Coronatests: Hausärzte sind nun Dreh- und Angelpunkt - auch der Kreis Recklinghausen rechnet mit Fiasko

  • Michael Wallkötter
    vonMichael Wallkötter
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  • Oliver Prause
    Oliver Prause
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Weil Hausärzte nun das Gros der Coronatests stemmen müssen, steigt die Angst vor überfüllten Praxen. Auch der Kreis Recklinghausen warnt vor den Folgen der neuen Regelung.

  • Es gibt Änderungen bei den Zuständigkeiten für Coronatests
  • Der Kreis Recklinghausen verweist auf die Hausärzte
  • Er gibt wichtige Hinweise zum Ablauf des künftigen Testverfahrens

Update, 3. August: Lehrkräfte und Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen können sich ab diesem Montag kostenlos und freiwillig alle zwei Wochen bei ihrem Hausarzt auf Covid-19 testen lassen. So weit die Theorie. Die Kreisverwaltung Recklinghausen jedoch rechnet mit einem Fiasko. Schon jetzt gebe es Meldungen von Medizinern, die sich dazu überhaupt nicht in der Lage sähen, heißt es im Kreishaus. Am Info-Telefon des Kreisgesundheitsamtes haben sich demnach bereits etliche Lehrer(innen) und Erzieher(innen) gemeldet, die von ihren Hausärzten abgewiesen worden sind. „Wir erwarten in der neuen Woche viele weitere unglückliche Anrufer“, sagt Svenja Küchmeister, Sprecherin der Kreisverwaltung.

Unsere ursprüngliche Berichterstattung: Bund, Länder und die Kassenärztliche Vereinigung haben sich auf eine einheitliche Regelung für zukünftige Coronatests von Reiserückkehrern, Lehrern und Beschäftigten aus Kindertageseinrichtungen in Deutschland geeinigt. Auch im Kreis Recklinghausen haben diese neuen Richtlinien massive Auswirkungen. 

Coronatests im Kreis Recklinghausen: Hausarzt ist nun die erste Anlaufstelle

Dreh- und Angelpunkt bei den Testungen wird ab sofort der eigene Hausarzt sein. Menschen, die mit dem Auto, einem Campingwagen oder der Bahn aus einem Risikogebiet in die Heimat zurückkehren, müssen ihren  verpflichtenden Coronatest dort machen. 

Die Teststationen an den Flughäfen sind dagegen Reiserückkehrern aus Risikogebieten, die mit einem Flugzeug zurückkehren, vorbehalten. 

Hausärzteverband warnt auch im Kreis Recklinghausen vor überfüllten Praxen

Dass in vielen Fällen nun also zwingend der Hausarzt die erste Anlaufstelle sein wird, bereitet vor allem dem Hausärzteverband Sorgen. Er warnt vor Überlastung der Praxen und vor Nachteilen für Patienten, die einen regulären Termin bei ihrem Arzt haben oder sich dort wegen anderer Erkrankungen krankschreiben lassen wollen. Der Hausärzteverband befürchtet lange Wartezeiten in überfüllten Wartezimmern. 

Die Kreisverwaltung Recklinghausen informiert nun über den genauen Ablauf eines zukünftigen Coronatests in unseren zehn Städten. Das ist für die betroffenen Bürger ab sofort zu beachten.

Coronatests für Lehrkräfte und Erzieher/innen: Kostenfreie Tests alle zwei Wochen

Für Lehrkräfte sowie Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen und Kinderpflegeeinrichtungen gibt es nun die - freiwillige - Möglichkeit, sich alle zwei Wochen bei ihrem jeweiligen Hausarzt kostenfrei auf das Coronavirus SARS-CoV-2 testen zu lassen.
Mehr Informationen dazu gibt es auf der Homepage des Landes Nordrhein-Westfalen.

Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten ist der Coronatest verpflichtend

Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind dagegen zu einem - ebenfalls kostenlosen - Coronatest verpflichtet. Nach Angaben des Kreises Recklinghausen (alle Informationen zur Corona-Situation im Kreis RE in unserem Newsblog) müssen sie sich unmittelbar nach ihrer Rückkehr in Quarantäne begeben und beim Gesundheitsamt melden. Für ihre kostenlosen Coronatests gibt es dann verschiedene Möglichkeiten. 

So kann der Test bereits vor ihrer Wiedereinreise nach Deutschland durchgeführt werden. Allerdings darf der Test in diesem Fall nicht älter als 48 Stunden sein. Außerdem muss er zwingend von einem zertifizierten Labor durchgeführt worden sein und das Ergebnis in deutscher oder englischer Sprache vorliegen.
Mehr Informationen dazu gibt es auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Flugreisende können Coronatest direkt am Flughafen durchführen

Wer mit dem Flugzeug zurückkehrt, bei dem wird der Coronatest direkt bei der Einreise am Flughafen vorgenommen. Diese Tests sind für die Einreisenden ebenfalls kostenlos. Wichtig zu berücksichtigen: Wie der Kreis RE erklärt, gilt in diesen Fällen die Quarantäne so lange, bis das schriftliche Testergebnis vorliegt. Eine entsprechende Nachricht auf dem Smartphone genügt nicht, da diese weder personalisiert ist, noch Informationen zum Labor enthält, das den Test durchgeführt hat.
Mehr Informationen dazu gibt es in der Corona-Einreiseverordnung (Download als PDF auf der Homepage des Kreises Recklinghausen).

Coronatests im Kreis Recklinghausen: Zuerst telefonischen Kontakt zum Hausarzt aufnehmen

Für alle anderen Reiserückkehrer aus Risikogebieten, wird der erforderliche Coronatest nach der Wiedereinreise beim Hausarzt durchgeführt. Zu beachten ist allerdings, dass zuvor telefonischer Kontakt zur Arztpraxis aufgenommen und der Hinweis auf die Rückkehr aus einem Risikogebiet gegeben werden muss. 

Reiserückkehrer aus Ländern, die vom RKI nicht als Risikogebiet ausgewiesen worden sind, können sich gemäß der neuen Einreiseverordnung des Bundes ebenfalls kostenlos bei ihrem Hausarzt auf eine Infektion testen lassen.

Sollte es bei der Organisation eines Coronatests zu Schwierigkeiten kommen, müsse Kontakt zur Kassenärztlichen Vereinigung aufgenommen werden, so die Kreisverwaltung RE weiter.

Keine Coronatests mehr in den bisherigen Testzentren des Kreises Recklinghausen

Durch die Neuregelung entfällt für die Bürger die Möglichkeit, sich in den Testzentren des Kreises Recklinghausen auf das Coronavirus testen zu lassen. Wie der Kreis RE ausführt, seien die Gründe dafür die neu getroffenen Vereinbarungen zwischen den Ministerien und der Kassenärztlichen Vereinigung sowie der erneute Entzug der Betriebsstättennummer durch die Kassenärztliche Vereinigung zum 1. August 2020. 

Seit März hatte bisher das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit Unterstützung der anderen Hilfsorganisationen im Auftrag des Kreises RE die Tests auf das Coronavirus vorgenommen.

Eine solche mobile Teststation des Kreises Recklinghausen in Zusammenarbeit mit dem DRK - wie hier auf diesem Archivfoto am Lehmbecker Pfad in Marl - wird es künftig nicht mehr geben.

Auch Corona-Verdachtsfälle im Kreis Recklinghausen sind nun Sache des Hausarztes

Die aktuellen Veränderungen betreffen auch das bisherige Verfahren für Menschen, die bereits typische Coronavirus-Symptome zeigen (sogenannte symptomatische Patienten). Bislang konnten niedergelassene Ärzte, die Patienten mit Verdacht auf Corona nicht selber testen wollten, diese zum Test durch die Hilfsorganisationen anmelden. Auch das sei ab sofort nicht mehr möglich, erklärt der Kreis Recklinghausen.

Herten: So funktioniert das Corona-Testmobil des DRK

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Corona-Hotline des Kreises Recklinghausen beantwortet auch am Wochenende Fragen

Die Kreisverwaltung hat für allgemeine Fragen rund um das Thema Corona ein Infotelefon eingerichtet. Da zum Ferienende am kommenden Wochenende mit einem erhöhten Nachfrage-Aufkommen zu rechnen ist, hat der Krisenstab des Kreises RE beschlossen, dass das Corona-Infotelefon am Wochenende aktiviert wird. Am 8. und 9. August ist das Team vom Infotelefon jeweils von 10 bis 14 Uhr unter 02361/532626 erreichbar.

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