+
E-Scooter im Straßenverkehr sind umstritten.

Mobilität

E-Scooter im Straßenverkehr - warum Experten Probleme sehen

  • schließen

Seit gut einem Monat sind die E-Scooter im Straßenverkehr unterwegs. Ist das neue Fortbewegungsmittel die Lösung für die urbane Mobilität oder viel zu gefährlich?

Die E-Tretroller, seit gut einem Monat im Straßenverkehr unterwegs, sorgen weiterhin für jede Menge Gesprächsstoff. Der Recklinghäuser Zweirad-Experte Carsten Schlieter sieht vor allem zwei Probleme bei den neuen Elektrokleinstfahrzeugen: Die Sicherheitsmängel durch die Konstruktion der E-Scooter sowie die bestehende, ohnehin schwierige Verkehrsinfrastruktur.

Probleme wegen der Konstruktion

Für Schlieter ist das Fahren mit einem E-Scooter gefährlicher als zum Beispiel mit dem Fahrrad - wegen des Stehens, des schmalen Trittbretts, der oft "wackeligen" Lenksäule. "Das sind konstruktiv bedingte Probleme", sagt der Geschäftsführer des Recklinghäuser Fahrradgeschäfts „Edelhelfer“, das auch in den Verkauf der Roller einsteigt. Carsten Schlieter rät aufgrund der nicht problemlosen Konstruktion, auf eine gute Qualität des Rollers zu achten – wichtige Kriterien seien hier ein festes Lenkgestänge und breites Trittbrett, Luftbereifung und möglichst große Reifen sowie eine Scheibenbremsanlage.

Kritik an der Verkehrsinfrastruktur

Ein zweites Problem ist für Carsten Schlieter  die Verkehrsinfrastruktur in unserer Region, die "ohnehin suboptimal ist. Radwege fehlen oder sind unterbrochen, die Situation an Straßen-Einmündungen ist manchmal abenteuerlich." Insofern glaubt Carsten Schlieter, dass der bestehende Verkehrsrahmen in Recklinghausen und Umgebung für die Einführung der E-Scooter nicht geeignet ist. Carsten Schlieters Appell an die Adresse der Politik: „Wer urbane Mobilität will, der muss auch die Verkehrsinfrastruktur dafür schaffen.“ 

"Das ist Harakiri"

Vor allem Sicherheitsbedenken bei den E-Scootern nennt Prof. Guido Mihatsch von der  Westfälischen Hochschule in Recklinghausen. Er hat in Tests festgestellt, dass ein E-Scooter einen vier Mal so langen Bremsweg hat wie ein Pedelec. Sein Fazit: „E-Scooter sind viel zu gefährlich, kein sicheres Verkehrsmittel." Noch dramatischer schätzt Mihatsch die Situation auf Straßen ein. Dort dürfen E-Scooter fahren, wenn keine Radwege vorhanden sind. Sowohl die unzureichende Beleuchtung der Roller als auch die Kombination von kleinen Rädern und Schlaglöchern seien große Gefahrenquellen. Mihatsch: „Hier E-Scooter zuzulassen, das ist Harakiri.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Demonstranten fordern "Moralische Unterstützung für das türkische Volk"
Demonstranten fordern "Moralische Unterstützung für das türkische Volk"
Metro verkauft Real: Wohin die Reise für den Supermarkt in Herten geht, ist offen
Metro verkauft Real: Wohin die Reise für den Supermarkt in Herten geht, ist offen
Schwerer Autounfall: Feuerwehr muss Fahrer (17) und Beifahrer (15) aus Wrack schneiden
Schwerer Autounfall: Feuerwehr muss Fahrer (17) und Beifahrer (15) aus Wrack schneiden
Die digitale Sonntagszeitung ist da: ePaper ist jetzt verfügbar
Die digitale Sonntagszeitung ist da: ePaper ist jetzt verfügbar
Papa betrunken, Sohn im Auto - und dann kracht es auch noch in Herten
Papa betrunken, Sohn im Auto - und dann kracht es auch noch in Herten

Kommentare