Die Corona-Impfungen mit AstraZeneca.
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Viele Anrufer gingen am Samstag bei der Terminvergabe für AstraZeneca-Impfungen der Altersgruppe Ü60 leer aus.

Leitungen überlastet

Ein Wochenende zwischen Glück und Frust

  • Michael Wallkötter
    vonMichael Wallkötter
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Für viele Menschen im Kreis Recklinghausen, die 60 Jahre oder älter sind, war es ein emotionales Wochenende. Die überraschende Nachricht, dass ihre Altersgruppe in der Impfpriorität vorübergehend aufsteigt, elektrisierte Tausende von ihnen. 

Doch Freud und Leid lagen bei der Terminvergabe am Samstag eng beieinander. Viele Leser, die uns an ihren Erfahrungen teilhaben ließen, waren total glücklich, weil sie von dem Sonderkontingent an Impfterminen mit Astrazeneca profitieren konnten. Andere, die nicht zum Zuge kamen, berichteten von Frust und Enttäuschung.

Im Impfzentrum Recklinghausen sind von Ostersonntag bis Dienstag bereits 3000 über 60-Jährige mit Astrazeneca immunisiert worden. Wenn die Sonderaktion am 14. April abgeschlossen wird – solange gelten in der Halle auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen auch die verlängerten Öffnungszeiten bis 22 Uhr –, werden rund 10.000 Impfdosen an diesen Personenkreis verabreicht worden sein. Weitere 5000 Dosen Astrazeneca sind nach Angaben des Kreises an Arztpraxen übergeben worden. Die niedergelassenen Ärzte sollen sie an ihre Patienten verimpfen.

Doppeltes Glück für die Ü60-Impflinge: Der Osterhase war am Sonntag zu Besuch im Recklinghäuser Impfzentrum. Neben dem begehrten Piekser gab es zusätzlich ein Osterei!

Für die Vergabe der Impftermine ist die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KV) zuständig. Nach dem Fiasko beim Impfstart der über 80-Jährigen setzt die KV jetzt auf ein neues Terminbuchungssystem, das zum Beispiel auch Partnertermine zulässt. Das neue System sollte eigentlich erst gestern an den Start gehen, zu Beginn der Terminvergabe an die 79-Jährigen. Wegen der Sonderaktion für die Ü60-Bevölkerungsgruppe wurde es aber bereits am Samstag einem Härtetest unterzogen. Das System habe sich dabei als „stabil“ erwiesen, meinte KV-Sprecherin Vanessa Pudlo am Dienstag – obwohl es am Samstagvormittag 7400 Zugriffe auf die Online-Buchungsplattform und 5000 Anrufversuche bei der Termin-Hotline gegeben habe – jeweils pro Sekunde!

Dass es per Telefon schwierig werden würde durchzukommen, damit hatten viele Impfwillige gerechnet. Noch größer war der Frust bei denen, die glaubten, sich auf der Online-Plattform erfolgreich registriert zu haben, dann aber vergeblich auf die Bestätigungsmail warteten, mit der der Vorgang abgeschlossen werden sollte.

Wie die Registrierungsmail zu Spam wird

Das soll nach Angaben der KV allerdings nicht am Buchungssystem, sondern an einzelnen Providern gelegen haben. Weil innerhalb kürzester Zeit Tausende von Bestätigungsmails von der immer selben E-Mail-Adresse der KV abgesendet worden seien, habe mancher Provider diese fälschlicherweise als Spam angesehen und nicht durchgelassen. Nach Angaben unserer Leser waren hier insbesondere Kunden von t-online, gmx und web.de betroffen.

Das Problem wurde zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam mit den Providern behoben. Doch für viele Impfwillige kamen die Registrierungsmails erst nach etlichen Stunden an. Und dann war es häufig schon zu spät. Die Termine waren vergeben.

Keine Erklärung hatte die Kassenärztliche Vereinigung dafür, dass mancher Interessent auf der Online-Plattform das Angebot einer Erstimpfung für Ende Juni erhielt, obwohl die Sonderaktion für über 60-Jährige mangels Impfstoff so lange gar nicht laufen wird. Doch als die Betroffenen dann den Termin für die Zweitimpfung buchen wollten, war keine Terminauswahl mehr möglich. Damit hatte sich dann auch der erste Termin erledigt.

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