Zweifelhaftes Angebot

Impfampullen per Auktion: Heiß begehrte und gefährliche Gefäße - sogar als Leergut

  • Bernd Turowski
    vonBernd Turowski
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Seltsame Angebote findet man derzeit auf Auktionsplattformen im Internet. Dort werden leere Impfampullen angeboten. Wo kommen die her? Und was steckt dahinter?

Das ist doch ein nettes Andenken - könnte man auf den ersten Blick denken: Auf einer Auktionsplattform werden derzeit leere BioNTech-Impfampullen angeboten. Stolze 14 Euro verlangt der Anbieter dafür und öffnet zugleich mit dieser Offerte Betrügern Tür und Tor. Man mag sich gar nicht erst ausmalen, was man damit anstellen könnte.

Denn der Impfstoff ist momentan ein sehr seltenes Gut. Sogar Bürgermeister, Stadträte und Ärzte haben sich in den letzten Tagen bei der Impfung vorgedrängelt. Da könnte ein leeres Gefäß auch Betrüger auf dem Plan rufen. Wer kann schon feststellen, ob der vermeintliche Inhalt echt ist.

Solche leeren Ampullen des Impfstoffs von BioNTech gibt es auf einer Auktionsplattform im Internet zu kaufen.

Impfstoff-Lagerung ist äußerst schwierig

Selbst wenn eine echte Ampulle auf dem Schwarzmarkt angeboten würde, wäre ja die empfindliche Kühlkette unterbrochen. Zwar muss der Impfstoff Raumtemperatur erreichen, bevor er gespritzt wird, aber zuvor muss er bei minus 70 Grad gelagert werden und ist danach nur noch fünf Tage bei Kühlschranktemperatur haltbar. Also keine guten Voraussetzungen für den Schwarzmarkt.

Natürlich stellt sich die Frage, wie der Anbieter an die leeren BioNTech-Ampullen gelangt ist. Dazu haben wir bei der Kreisverwaltung nachgefragt, wie hier mit dem „Leergut“ umgegangen wird. „Die leeren Injektionsfläschchen werden bei uns nach Verabreichung der Impfungen in einer verschließbaren Box über Nacht aufbewahrt“, erläutert Svenja Küchmeister, Pressesprecherin des Kreises Recklinghausen. Hintergrund sind mögliche allergische oder gesundheitliche Reaktionen der Geimpften. Das ist bislang noch nicht vorgekommen, doch sollte dies der Fall sein, kann anhand der Chargennummer exakt das verwendete Gefäß nachverfolgt werden und auch noch im Nachhinein analysiert werden.

Ampullen werden beim Kreis Recklinghausen sicher entsorgt

Doch auch danach gibt es im Recklinghäuser Impfzentrum keine Möglichkeit, an eine leere Ampulle zu gelangen: Die Behälter werden fachgerecht entsorgt und damit dem unberechtigten Zugriff entzogen. „Natürlich gibt es immer wieder Anfragen von Geimpften, ob sie nicht ein Gefäß als Erinnerung mitnehmen können“, erzählt Svenja Küchmeister. Doch diese Anfragen würden ausnahmslos abgelehnt.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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