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In allen Bordellen herrscht jetzt Kondompflicht.

Rotlichtgewerbe

Prostituierte auch im Vest in großer Angst: Deshalb missachten sie dieses Gesetz

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Ein Gesetz soll Prostituierte vor Ausbeutung und Gewalt schützen. Doch die Frauen trauen dem Staat nicht - und haben große Angst. Auch der Kreis Recklinghausen ist betroffen. 

Genau vor zwei Jahren, am 1. Juli 2017, ist in Deutschland das Prostituiertenschutzgesetz in Kraft getreten. Es soll Sexdienstleistende vor Ausbeutung und Gewalt schützen. Doch viele Frauen, die Sex gegen Geld anbieten, befürchten genau das Gegenteil, haben Angst und sind misstrauisch. Deshalb verweigern sie die vom Gesetz geforderte Registrierung bei den kommunalen Ordnungsbehörden, tauchen lieber in die Illegalität ab. 

„Sexarbeiterinnen haben einen guten Grund, ihre Identität zu verheimlichen“, sagt Sozialarbeiterin Heike Köttner von der Beratungsstelle Madonna e.V. in Bochum. Denn viele führen ein Doppelleben. Junge Prostituierte aus Rumänien oder Bulgarien haben Angst, dass ihre Tätigkeit in der Heimat bekannt wird. Tatsächlich seien bereits Briefe von Finanzämtern an die Heimatadresse der Frauen geschickt worden, in denen der Beruf mit „Prostituierte“ angegeben worden sei. Studentinnen, die nebenbei anschaffen gehen, fürchten um ihre spätere berufliche Karriere, wenn sie ihre Anonymität verlieren.

272 Prostituierte haben sich im Kreis Recklinghausen angemeldet

Im Kreis Recklinghausen haben sich 272 Prostituierte bei der zuständigen Kreisverwaltung angemeldet. Die Ordnungsbehörde ist jedoch überzeugt, dass wesentlich mehr Frauen im Kreis Recklinghausen dem Gewerbe nachgehen. Auch Betreiber von Bordellen, Saunaclubs und Escort-Agenturen müssen nach dem Gesetz eine Betriebserlaubnis beantragen und strenge Auflagen in puncto Sicherheit (Notrufsysteme), Hygiene und Gesundheitsschutz (Kondompflicht) erfüllen. 17 Bordelle im Kreis Recklinghausen haben die Zulassung erhalten.

Lesen Sie auch: Am Dienstag gab Cay Süberkrüb seinen Rückzug aus der Politik im Kreis Recklinghausen bekannt. In einer Video-Botschaft äußert er sich. In Herten ist ein Mann in einen sechs Meter tiefen Schacht gestürzt. So rettet die Feuerwehr ihn

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