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Riskantes Überholen: Der SUV hat in der Baustelle auf der linken Spur nichts zu suchen.

Verkehr

Warum kracht es so häufig am Autobahnkreuz Recklinghausen? Die Polizei hat Erklärungen

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160 Unfälle im ersten Halbjahr am AK Recklinghausen verlangen nach Konsequenzen. Appelle an die Autofahrer sind das eine. Aber ohne Kontrollen geht es nicht.

Die Autobahnpolizei Münster ist alarmiert wegen steigender Unfallzahlen rund um das Autobahnkreuz Recklinghausen (A43/A2). Im ersten Halbjahr 2019 haben sich nach Angaben der Behörde in den Baustellen der A 2 und der A 43 im Bereich Recklinghausen 160 Verkehrsunfälle ereignet. Sechs Menschen wurden dabei teilweise schwer verletzt.

Das verbotswidrige Befahren der engen Überholspur mit breiten Fahrzeugen, nicht angepasste Geschwindigkeit, zu geringer Abstand und die Ablenkung durch Smartphone und Co. sind nach Erkenntnissen der Polizei die hauptsächlichen Unfallursachen. Viele Autofahrer gingen in der Baustelle ein zu hohes Risiko ein, meint Martina Habeck, Verkehrssicherheitsberaterin der Autobahnpolizei Münster.

Die Behörde sieht dringenden Handlungsbedarf, appelliert an die Verkehrsteilnehmer, sich an die Regeln zu halten. Allerdings werden auch Konsequenzen gezogen. „Die Verkehrsteilnehmer müssen gerade an Unfallschwerpunkten zu jeder Zeit mit Geschwindigkeitskontrollen rechnen“, sagt Habeck. 

Polizei Recklinghausen macht mit bei landesweiten Kontrollen

Unterdessen kündigt das Polizeipräsidium Recklinghausen an, sich in den nächsten Tagen an landesweiten Kontrollen zu beteiligen, mit denen die Ablenkung im Straßenverkehr durch Smartphones und andere Gerätschaften bekämpft werden soll. „Focus on the road“, so der Titel der Aktion. „Wer auf der Straße unterwegs ist, sollte seinen Fokus immer auf den Verkehr richten. Die Erfahrung aus dem Alltag zeigt jedoch, dass es einigen wichtiger ist, auf ihr Smartphone zu schauen, zu telefonieren, das Navi zu bedienen oder zu schnell zu fahren“, betont Sascha Kappel von der Pressestelle der Recklinghäuser Polizei. Telefonieren oder das Verfassen von Textnachrichten während der Fahrt erhöhe das Unfallrisiko erheblich. Bereits beim Telefonieren sei das Gefahrenpotential der Ablenkung so hoch wie beim Fahren mit mehr als 0,8 Promille Alkohol im Blut.

23 Unfälle durch Smartphone-Nutzung im Kreis Recklinghausen

Im Verkehrsunfallbericht 2018 verzeichnete die für den Kreis RE und Bottrop zuständige Polizei Recklinghausen 2096 Unfälle, bei denen Personen verletzt oder getötet wurden. Das war ein Anstieg um 81 im Vergleich zu 2017. Zu den häufigsten Unfallursachen zählten Fehler beim Wenden oder Abbiegen, Missachtung der Vorfahrt und zu hohe Geschwindigkeit. Die Zahl der Unfälle, die nachgewiesenermaßen durch die Nutzung eines Smartphones verursacht wurden stiegt von sechs (2017) auf 23 (2018). Zugenommen habe zudem das Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss.

Auch auf der Autobahn 52 in Marl sorgt eine Baustelle für Probleme.

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